Corona Digest

Querdenkende Verschwörungsfanatiker auf der einen und manchmal etwas selbstgefällige Wissenschaftler auf der anderen Seite. Man soll auf die Wissenschaft vertrauen, obwohl sie offenbar auch grobe Fehler macht, wie am Beispiel erkennbar ist, dass es angeblich für den Nutzen von Masken keine wissenschaftliche Evidenz gebe (siehe Seite 4). Jeder normale Mensch konnte sich damals schon denken, dass eine Barriere gegenüber Tröpfchen besser sein muss, als keine, aber Wissenschaftler waren offensichtlich imstande, diesen einfachen Sachverhalt derart zu verkomplizieren, dass am Ende ihrer Studien das Gegenteil herauskam. Was natürlich auch nicht heißt, dass Wissenschaft immer falsch liegt.

Eine möglichst unaufgeregte Betrachtung ohne Ausschaltung des rationalen Verstandes ist daher das Ziel dieser Faktensammlung.

Ist COVID-19 gefährlich?

Manchmal wird behauptet, es gebe wegen COVID-19 so gut wie keine Übersterblichkeit. Die Euromomo, ein dänisches Institut, erfasst europaweit Sterbedaten und viele Länder nehmen daran teil, Deutschland mit Ausnahme der Stadt Berlin und dem Land Hessen leider nicht.

Die oberste der folgenden Grafiken zeigt die Gesamtzahl der erfassten Sterbefälle pro Woche in den teilnehmenden Ländern. Gut zu erkennen ist die Übersterblichkeit (in der Spitze etwa 1600 Tote/Woche mehr als normal) während der Grippewelle 2017/18, die in Deutschland seinerzeit insgesamt ca. 25.000 Tote verursacht hat. Völlig unzweideutig zeichnen sich jedoch auch die beiden COVID-19 Wellen im Jahr 2020 ab. Die Spitze während der ersten COVID-19 Welle liegt dabei bei 90.000 Toten/Woche, etwa 35.000/Woche über dem Durchschnitt.

Interessant wird es jedoch, wenn man die Altersverteilung aufschlüsselt:

  • Bis zu einem Alter von 14 Jahren sieht man überhaupt keine Übersterblichkeit, die mit COVID-19 korreliert.
  • Bei den 15-45 zeichnen sich erste Spuren einer Übersterblichkeit ab, die sowohl mit der Grippewelle 2017/8, als auch mit den beiden COVID-19 Wellen 2020 korrelieren.
  • Erst in der Gruppe der 45-65-Jährigen wird eine nennenswerte Übersterblichkeit erkennbar, die bei COVID-19 bereits viel deutlicher ausfällt als bei der Grippe 2017/8. Die Spitze während der ersten COVID-Welle liegt dabei bei 8900 Sterbefällen pro Woche, während die Basislinie bei 6400 liegt, also eine Übersterblichkeit von etwa 2500 Fällen pro Woche bzw. etwa 7% der gesamten Übersterblichkeit in dieser Woche.
  • Bei den über 65-Jährigen kam es hingegen in der gleichen Woche zu knapp 80.000 Toten, was um 33.200 über dem Durchschnitt von 46.800 für diese Altersgruppe in derselben Woche liegt.

Mehr als 90% der Übersterblichkeit in Verbindung mit COVID-19 dürfte daher die Gruppe der über 65-Jährigen betreffen, während sich der Rest wenig oder gar keine Sorgen um das eigene Leben zu machen braucht, aber natürlich dennoch ein Multiplikator der Pandemie ist.


Was unterscheidet das SARS-2 Virus von der gewöhnlichen Grippe? 

Immer wieder trifft man auf die Behauptung, COVID-19 sei nichts anderes, als eine gewöhnliche Grippe. Das mag von jüngeren Patienten so empfunden werden, aber es gibt wenig oder keine Kreuzimmunität zwischen der Influenza und COVID-19. Weitere Unterschiede sind:

  1. Die Grippe kennt jeder, während zu COVID-19 widersprüchliche Informationen zirkulieren, die den Menschen Angst machen.
  2. Coronaviren wurden erstmals in den 60er Jahren gefunden und bisher sind sieben Arten bekannt, welche den Menschen infizieren und dabei Symptome von leichten Erkältungen bis hin zum "Schweren Akuten Atemwegs-Syndrom" (SARS) verursachen. Durch die Namensgebung hat man das SARS-2 Virus als das zweite deklariert, das beim Menschen schwere Lungenentzündungen hervorrufen kann.
  3. Das SARS-2 Virus zeichnet die schnelle Replikation im Rachen aus, welche die Weitergabe schon wenige Tage nach der Infektion ermöglicht. 
  4. Offenbar ist das SARS-2 Virus nicht, wie ursprünglich angenommen, relativ stabil, sondern besonders mutationsfreudig. Neuere Varianten sind  geringfügig ansteckender (man vermutet ein R0 von etwa 3,3, statt 3,0) und sollten nicht als „hochansteckend“ bezeichnet werden. Solche Begriffe sollte man für Krankheiten, wie die Masern reservieren (R0=13). Jedoch sind schon jetzt 2-3 Varianten bekannt, die auch Geimpfte infizieren können.
  5. Die Verbreitung verläuft ausgeprägt exponentiell, initial sehr flach und später explosiv. Bei einer solchen Entwicklung wirken Gegenmaßnahmen nur, wenn sie frühzeitig  ergriffen werden, zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Bedrohungslage wahrnehmbar ist. 
  6. Bei der Grippe hat man sich auf die Impfung verlassen und physische Schutzmaßnahmen darüber weitgehend vernachlässigt. Diese Unterlassung wurde durch das SARS-2 Virus nun aufgedeckt. Anfangs wussten unsere obersten Gesundheitsbehörden nicht einmal, ob Masken schützen!
  7. Überdispersion: Dieses Virus breitet sich nicht gleichmäßig aus (Dispersionsfaktor = 1), sondern in Klumpen (engl. „cluster“, Dispersionsfaktor = 0,1), bei denen, zumindest bisher, nur 10% der Infizierten über 80% der weiteren Infektionen verursachten.
  8. Initial gab es wenige „Superspreader“ und man konnte sie und die von ihnen Infizierten oft rechtzeitig isolieren. Inzwischen hat sich das Virus aber so feinkörnig verteilt, dass Infektionen nicht mehr nachvollziehbar sind.
  9. Offenbar treten besonders bei schweren COVID-Verläufen bei etwa 25% auch Schädigungen im Nervensystem auf, die monatelang Muskelschwäche, Atrmnot und Konzentrationsstörungen nach sich ziehen („Long COVID").


Was wissen wir heute über das SARS-2 Virus? 

  • Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über die Atemwege (Aerosol, Tröpfchen)
  • Masken bieten hervorragenden Schutz, solange sie zum Gesicht abdichten

1. Übertragung des SARS-2 Virus

Kontakt- oder Schmierinfektionen verursachen nur etwa 10% der Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Hier ist die Gefahr hauptsächlich, dass man etwas anfasst, auf dem sich infektiöser Schleim befindet. Solange man sich nicht mit ungewaschenen Händen in Mund, Nase, vielleicht auch Augen fasst, muss man sich darum kaum Sorgen machen. Am besten wäscht man sich einfach die Hände, sobald man nachhause kommt, bevor man dort etwas anrührt. 

Das neue Coronavirus ist ein behülltes RNA-Virus, das Proteine, auf die das Immunsystem reagiert, hinter einem Fettfilm versteckt. Seife reicht völlig aus, um diesen zu zerstören und das Virus unschädlich zu machen, aggressive Chemikalien sind hierfür nicht erforderlich.

Der Unterschied zwischen Tröpfchen und Aerosol liegt in der Größe der Tröpfchen. Große Tropfen fallen schnell zur Erde, etwas kleinere Tröpfchen mögen bis zu 2 m weit fliegen, was man auch durch ein Gesichtsschild verhindern könnte. Hier geht es also quasi darum, möglichst nicht bei einer feuchten Aussprache angespuckt zu werden, weshalb man auch im Freien mindestens 1,5 m Abstand halten sollte. Ab einer Größe von etwa 5 µm beginnen diese  Tröpfchen jedoch in Wolken zu schweben und können sich so in Innenräumen ansammeln. Im Freien werden diese Wolken jedoch sofort verblasen, bzw. steigen wegen der höheren Temperatur der Atemluft auf.

Quellen für Aerosol:

  • Stimmbänder (beim Singen oder Schreien)
  • Verdunstung bei geringer relativer Luftfeuchtigkeit

In der kühlen Jahreszeit bilden sich im Freien Aerosolwolken weniger, da Tröpfchen durch Kondensation eher größer werden als kleiner. Ganz anders in Innenräumen: hier sammelt sich Aerosol nicht nur an, sondern bildet sich auch vermehrt, weil die relative Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen niedrig ist und Tröpfchen durch Verdunstung kleiner werden. Die Konzentration von Aerosol steigt dann in einem Raum umso mehr, je länger sich Menschen darin aufhalten, je kleiner der Raum ist und je niedriger die Raumhöhe ist. Dagegen hilft ein Gesichtsschild dann ebenso wenig, wie eine schlecht sitzende Maske. Allerdings können auch schlecht sitzende Masken andere vor einer feuchten Aussprache schützen. 

2. Masken bieten hervorragenden Schutz

Um eine Infektion auszulösen, muss eine ausreichende Anzahl von Viren auf die Schleimhäute der oberen Atemwege gelangen. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie viel Virus ausgeschieden wird und in welcher Konzentration es bis zu den Schleimhäuten einer anderen Person gelangt. Man setzt sich einer umso höheren Konzentration aus, je näher man der ausgeatmeten Luft einer anderen Person kommt und je länger sich Aerosol in der eingeatmeten Luft ansammeln konnte. Vor allem aber ist wichtig, ob dieser Übertragung eine Barriere im Weg steht, oder nicht.

Was viele Studien zu Masken unbrauchbar macht, ist ein Missverständnis dazu, was überhaupt ausgefiltert werden muss. Geht man davon aus, dass das neue Coronavirus eine Größe von etwa 100 nm hat, so kann eine FFP2 Maske es zu über 95% ausfiltern. Wie ist das aber bei einem einfachen OP-Mundschutz? Das Max-Planck-Institut hat unterschiedliche Materialien hinsichtlich ihrer Filterwirkung untersucht: Demnach gibt es sehr wohl auch OP-Masken, die hier eine gute Filterwirkung entfalten. Wichtig ist aber, dass das SARS-2 Virus selbst gar nicht ausgefiltert werden muss, sondern lediglich das Tröpfchen, auf dem es „reitet“. Nicht nur ist dieses Tröpfchen mindestens 50-mal größer, eine trockene Maske ist hydrophil, wirkt also wie Löschpapier, indem sie das Tröpfchen samt Virus aufsaugt. Ohne dieses Feuchtigkeitsreservoir ist das Virus nicht überlebensfähig. 

Masken bieten daher je nach Art sehr wohl Schutz, solange sie saugfähig sind und zum Gesicht abdichten, sodass Luft nicht an ihnen vorbei ungefiltert durch Spalten eingeatmet wird. Mehr zu Masken siehe weiter unten.


Die Epidemiologie

Hier sei Podcast mit Prof. Kekulé empfohlen, dem Leiter des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Virologie in Halle an der Saale. Er war in früheren Jahren an der Ausarbeitung von Pandemieplänen beteiligt und hat sich daher schon länger intensiv mit epidemiologischen Maßnahmen  beschäftigt. 

Die Zahl der COVID-Toten drückt in erster Linie aus, wie gut alte Menschen vor einer Infektion geschützt werden, während die Zahl der Neuinfektionen die Vorsicht widerspiegelt, mit der sich Menschen im Alltag begegnen. 

Der Schweizer Rundfunk (srf.ch) stellt eine Vergleichsgrafik zur Verfügung, mit der sich die Lage sowohl zu den täglichen Neuinfektionen, als auch zu den täglich gemeldeten Sterbefällen gut einschätzen lässt. Der Grund für Lockdowns und sonstige Gegenmaßnahmen gegen das SARS-2 Virus war die Sorge vor Sterbefällen. Da diese weitgehend in der alten Bevölkerungsgruppe auftreten, war das Ziel, die Neuinfektionsrate notfalls durch Lockdowns weit genug zu senken, um diese sensible Gruppe zu schützen, was durch die ergriffenen Maßnahmen letztlich jedoch nicht erreicht wurde.

Anfang Februar waren in Deutschland 2 ¼ Millionen Infektionen mit dem SARS-2 Virus dokumentiert. Prof. Kekulé schätzt eine 5-10-fache Dunkelziffer, was bedeuten würde, dass hier zwischen 10 und 20 Millionen Bürger COVID-19 bereits durchgemacht haben. Hinzu kommen 2,5 Millionen Impfungen, welche bevorzugt an alte Menschen verabreicht wurden. Inzwischen sind daher die täglichen Neuinfektionen weniger relevant geworden und das Augenmerk sollte darauf gerichtet sein, ob das Ziel, die Zahl der COVID-19-Toten auf das Niveau z. B. der saisonalen Grippe zu drücken, tatsächlich erreicht wird.

Jedoch kommen schon jetzt neue Varianten des SARS-2 Virus ins Spiel, wie die „britische“ B. 1.1.7. Variante. Der U. S. Infektiologe Prof. Osterholm sieht sie fast wie eine neue Pandemie, denn die Infektionen in England zeigen eine zusätzliche Infektionswelle, sodass sich Fallzahlen und Sterbefälle aufsummieren. Ob man sich mit mehreren Varianten mehrfach infizieren kann, ist noch nicht bekannt.

Seitdem es Impfungen gegen COVID-19 gibt, interessieren die Sterbezahlen mehr als die Neuinfektionen und werden daher in der folgenden Grafik pro Million Einwohner angezeigt (Stand 6.2.2021, bitte Bild anklicken für volle Größe):


Neben der B.1.1.7 Variante des SARS-2 Virus sind mindestens zwei weitere wichtige Varianten inzwischen bekannt und es häufen sich Hinweise darauf, dass alle drei Varianten Neuinfektionen bei Geimpften und solchen, die COVID-19 bereits durchgemacht haben, verursachen können. Es ist wahrscheinlich, dass etliche weitere Varianten zirkulieren, welche nur noch nicht identifiziert wurden. Selbst die Bezeichnung der italienischen Variante, welche die erste COVID-19 Welle in Europa und weiten Teilen der Welt verursacht hat, als „Wildtyp“ ist falsch, denn auch hier handelte es sich bereits um eine Variante zum tatsächlichen Wildtypen aus China.

Jedoch gibt es auch noch einen weiteren Faktor bei der Sterblichkeit: Laut dem Chefarzt der Lungenklinik in Moers werden zu viele Patienten auf Intensivstationen künstlich beatmet. Eine nicht mehr zeitgemäße Leitlinie fordere die Intubation bei einer Sauerstoffsättigung unter 90%, jedoch sei das frühe Intubieren der größten Fehler bei der COVID-19-Behandlung, dem auch in Italien, Spanien, Frankreich und New York zahllose Patienten zum Opfer gefallen seien. Die Beatmung erfolge im Verbund mit einem künstlich induzierten Koma und die entzündeten Lungen seien oft nicht imstande, dem Druck und Sauerstoffgehalt der Beatmung standzuhalten. Etwa die Hälfte der beatmeten Patienten würden daran sterben. So würden Intensivbetten über Wochen hinweg belegt, statt nur einige Tage lang, was örtlich zur Überlastung der Kapazitäten führe.

Die Zahlen im folgenden Diagramm sind nicht geglättet, daher die tiefen Einschnitte und hohen Spitzen (Quelle Johns Hopkins COVID-19 Dashboard bitte anklicken für Vollbild).


Die Reaktion der Fall- und Sterbezahlen auf den „harten Lockdown“ war überraschend schleppend und stellt Politiker vor eine harte Probe. Dachte man im letzten Sommer noch, quasi mit dem Gas- und dem Bremspedal vorhersehbar spielen zu können, so ist dieser Mythos nun gebrochen und es wird quälend offensichtlich, dass uns die Daten dazu fehlen, wie und wo sich diese Infektionen ereignen. Quasi schießen wir mit den Maßnahmen momentan wie mit einer Schrotflinte auf eine Mücke, statt in der Lage zu sein, die Quellen von Infektionen gezielt anzugehen.

Man ist nun fest gewillt, zumindest die Schulen wieder zu öffnen, aber es ist absehbar, dass dies zu einem neuen Anstieg der Fallzahlen führen wird, wie dies auch in anderen Ländern immer wieder geschehen ist. Gleichzeitig ist abzusehen, dass sich eine neue Welle der B. 1. 1. 7. Variante kaum aufhalten lassen wird. Hier sind wir momentan noch im flachen Verlauf der Kurve und Lockdown-Geplagte wollen diese Gefahr momentan überhaupt nicht wahrhaben. Ebenso absehbar ist, dass es nicht mehr ausreichen wird, den Infektionen mit einem langsamen Meldesystem hinterherzulaufen, sondern man wird sie so zeitig erkennen müssen, dass sie vielfach aufgedeckt werden, noch bevor Symptome auftreten und neue Ausbrüche verursacht werden. Warum man so lange mit der Einführung vereinfachter Schnelltests, wie dem in Österreich bereits üblichen „Gurgeltest“ zögert, ist daher kaum verständlich.


COVID-19 Impfung und „Verschwörung"

Die Vorsicht, mit der Viele Impfungen begegnen ist angesichts diverser Ereignisse in der Vergangenheit verständlich. Vor einigen Jahren wurde die Schweinegrippe als die große Pandemie angekündigt, viel Geld für die Entwicklung eines Impfstoffes ausgegeben und herauskam „Pandemrix" der Firma GlaxoSmithKline, das auch zugelassen und vielfach verimpft wurde. Später zeigten sich dann ungewöhnlich starke Nebenwirkungen, darunter allergische Schocks, Gesichtslähmungen, Gehirnentzündungen, Zuckungen und lang anhaltende Schlafstörungen (Narkolepsie). Ein Spiegelbericht nannte das ein „Großexperiment mit einem nicht ausreichend getesteten Impfstoff“. 2018 erschien im British Journal of Medicine eine Arbeit zu Hinweisen, die dem Hersteller schon vor der Zulassung vorgelegen hatten. Versuche, solche Probleme eher unter den Teppich zu kehren, statt sie öffentlich aufzuarbeiten, tragen nichts zur Vertrauensbildung gegenüber neuen Impfstoffen bei. Zumal man damals aus anderen Erdteilen bereits recht frühzeitig wusste, dass die Schweinegrippe eher harmlos war.

Wie auch immer man Impfungen gegenübersteht, bei der Pharmaindustrie geht es um das große Geld. Die Firma Pfizer, mit einer Marktkapitalisierung von etwas über 170 Milliarden Euro, gewann am 9. November fast 20 Milliarden an Marktwert, als dem neuen Impfstoff des Partners BioNTech eine Wirksamkeit von über 90% zugesprochen wurde, also fast so viel, wie der gesamte Börsenwert des Mainzer Partners. Hinter solchen Wertschwankungen stehen nicht mehr Idealismus und Menschenliebe und daher dürften auch ein gesundes Misstrauen gegenüber solchen Meldungen angebracht sein. Pfizer-Chef Bourla machte jedenfalls noch am selben Tag Kasse, indem er 132 000 Stück seiner Pfizer Aktien verkaufte

Etwa 12,50 EUR kostet eine Dosis für die Grippeimpfung und wenn allein Deutschland 25 Millionen Dosen in Erwartung einer besonders dramatischen Grippewelle im Verbund mit COVID-19 bestellt hat - und später gar nochmals nachgelegt hat – so lassen sich die Größenordnungen erahnen. Diesmal ein besonders teurer Spaß, da die Grippewelle stattdessen ausfiel und eine Menge von diesem Impfstoff nun ungenutzt verfällt

Wiederkehrende Impfungen sind für die Hersteller besonders interessant, weil sie in Abwandlungen jedes Jahr aufs Neue verabreicht werden können, ohne jeweils einer neuen Zulassung zu bedürfen. Interessant auch, dass ältere Menschen mit besonderem Nachdruck zur Grippeimpfung aufgerufen werden und man sich gleichzeitig hinter vorgehaltener Hand darüber unterhält, dass diese Impfung bei über 60-Jährigen oft nicht wirkt

Stellt man sich auf den Standpunkt, dass es primär um die Vermeidung ernster Gesundheitsschäden und Todesfälle geht, so würde es ausreichen, die bei COVID-19 gut abgrenzbaren Risikogruppen durch eine Impfung zu schützen und im Übrigen auf die natürliche Durchseuchung zu setzen, welche eine der Impfung überlegene und breiter aufgestellte Immunität verleiht (siehe Kekulè Podcast Nr. 145). Oft wird behauptet, die Impfung verleihe eine bessere Immunität, als eine tatsächliche Erkrankung. Sucht man nur nach den spezifischen Antikörpern, welche die Impfung hervorruft, so kann es tatsächlich sein, dass man mehr davon findet. Jedoch ist diese Aussage dennoch abwegig, weil bei einer Erkrankung das Immunsystem nicht nur ein einzelnes Spike Protein kennenlernt, sondern das gesamte Virus plus allen Veränderungen, welche es in infizierten Zellen hervorruft.

Diesmal geht es um ein Novum, einen genmanipulierten „RNA-Impfstoff“. Nie zuvor hatte ein solcher Impfstoff die Zulassung erhalten, es gibt daher keinerlei Langzeiterfahrungen damit. Bei dieser neuen Technik erhalten körpereigene Zellen die Bauanleitung zur Herstellung für drei Stränge eines Proteins, das sich dann zu Spikes verzwirbelt, wie sie auch das SARS-2 Virus aufweist. Gegen diese fremden Proteine soll dann das Immunsystem scharf geschaltet werden.

Unbedenklich soll das deswegen sein, weil „Messenger RNA“ (mRNA) nur ein Botenmolekül mit der Bauanleitung für ein Protein-Triplett ist. Auswirkungen auf die DNA, also das Genom des Menschen, sind angeblich ausgeschlossen. Allerdings ist es gerade diese Eigenschaft, die sogenannte „Retroviren“ auszeichnet, nämlich, dass sie in der Lage sind, RNA rückwärts zurück in DNA zu codieren.

Kekulés Corona Kompass #147:

Ist die Impfung sicher für die menschliche Erbinformation?

Sogenannte „Vektorimpfstoffe“ infizieren hingegen tatsächlich den Zellkern mit genmanipulierter DNA, welche dann zur Erstellung von RNA führt, die wiederum die Herstellung bestimmter Proteinen auslöst, die man als typisch für das SARS-2 Virus erachtet und gegen die das Immunsystem angelernt werden soll. Vektorimpfstoffe nehmen daher tatsächlich Veränderungen an der Erbinformation menschlicher Zellen vor, während RNA-Impfstoffe erst einen Schritt danach ansetzen, bei der Herstellung von Proteinen. Im Podcast #147 geht Kekulé auf die Bedenken bezüglich einer möglichen Schädigung des menschlichen Genoms ein, sodass sich jeder seine eigene Meinung dazu bilden kann. 

RNA Impfstoffe erzeugen eine erstaunlich kräftige Impfreaktion und benötigen keine Adjuvantien, um das Immunsystem ausreichend anzuregen. Es sind diese Adjuvantien, die oft aus Aluminium- oder Quecksilberverbindungen bestehen und für die meisten unerwünschten Nebenwirkungen verantwortlich sind. Elegant an DNA- und RNA-Impfstoffen ist, dass sich Hersteller keine Gedanken mehr darum machen brauchen, wie sie Proteine, gegen die das Immunsystem sensibilisiert werden soll, in den erforderlichen Mengen synthetisieren sollen – das nimmt ihm der  Körper der Geimpften nun ab. Außerdem können RNA-Impfstoffe besonders schnell an Mutationen angepasst werden, was dann allerdings immer wieder erneute Impfungen erforderlich machen würde.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die Pharmaindustrie, wie die Auto- oder Lebensmittelindustrie auch,  eine einflussreiche Lobby beschäftigt, deren Auftrag es ist, Medien und Entscheidungsträgern zuzuflüstern, und man kann sich fragen, an welchem Geflüster sie Interesse haben könnte. Aus Sicht der Pharmaindustrie wäre es sicherlich wünschenswert, das Vertrauen in die Schutzwirkung von Masken nicht zu groß werden zu lassen und den Fokus möglichst exklusiv auf ihre Impfstoffe zu legen. Verängstigte Menschen werden weniger lang fackeln, bevor sie sich einer Impfung unterziehen, als solche, die sich durch Masken ausreichend geschützt fühlen. Wenn man sieht, wie die WHO, das amerikanische CDC und das deutsche RKI Masken anfänglich als nutzlos hinstellten, obwohl man hätte wissen müssen, dass die dabei zitierten Studien unzulänglich waren, so muss man sich ernsthaft fragen, in wieweit sie möglicherweise solchen Einflüssen durch diese Lobbys ausgesetzt sind.

Die Wissenschaft lebt vom kritischen Umgang mit Daten und der kontroversen Argumentation, auch wenn dies unbequem ist. Für eine solche ist Prof. Doshi von der pharmakologischen Fakultät der Universität in Baltimore bekannt und er hält damit als einer der Editoren des British Medical Journal auch nicht hinter dem Berg. Ende November warf er eine ganze Reihe von Fragen zu den Sicherheitsstudien von Pfizer/BioNtech und Moderna zu ihren neuen Impfstudien auf. 

  • Die einzigen Daten zur Wirksamkeit der Impfung stammen gegenwärtig von den Herstellern selbst. Ihnen stand es frei, Teilnehmer und Durchführung der Studie zu optimieren. Daher wurden auch nur gesunde Menschen mittleren Alters untersucht, über mögliche Risikogruppen weiß man nichts. 
  • Außer Nebenwirkungen und der Schwere der durch Teilnehmer selbst gemeldeten COVID-19 Verläufe wurde nichts untersucht. Man weiß nicht, ob die Impfung Infektionen verhindert und wie sie sich daher auf die Pandemie auswirkt.
  • Durch den kurzen Beobachtungszeitraum haben wir keinerlei Daten zur möglichen Dauer der Schutzwirkung durch die Impfung.
  • Es ist zweifelhaft, ob die Studien wirklich doppelblind durchgeführt werden konnten und ob die Schutzwirkung tatsächlich bei über 90% liegt.

Bei der Pfizer-Studie, deren Daten im New England Journal of Medicine veröffentlicht sind, wurden 21.720 gesunde Probanden mit dem Impfstoff injiziert, 21.728 als Kontrollgruppe mit einer Placebolösung. Sie wurden nicht, wie der Laie meinen könnte, vorher auf Präsenz des SARS-2 Virus getestet, geimpft, mit dem Virus konfrontiert und am Ende erneut getestet. Viel mehr mussten sie sich selbstständig melden, wenn sie meinten, sich irgendwie mit dem SARS-2 Virus infiziert zu haben. Nur wenn gewisse Symptome und Fieber vorlagen, erfolgte ein PCR-Test zur positiven Identifizierung der Infektion.

Laut Prof. Doshi könnten so eine Menge Infektionen übersehen worden sein, wenn sie nicht durch Fieber begleitet waren, oder milde verlaufen sind, wie dies bei COVID-19 gerade bei jüngeren Menschen häufig vorkommt. Aufgrund der einschlägigen Impfreaktion ist es auch schwierig, Auswirkungen auf das Meldeverhalten der Studienteilnehmer auszuschließen, denn Menschen mit der Sorge, nur ein Placebo erhalten zu haben, dürften sich bereits bei wesentlich geringeren Symptomen melden, als solche, die sich durch die Impfung geschützt wähnen.  

Statt einer tatsächlichen „Schutzwirkung“ wurden PCR-bestätigte Fälle nach den obigen Maßgaben verglichen: 8 Probanden aus der geimpften Gruppe (etwa 0,04% der Teilnehmer), sowie 162 aus der Kontrollgruppe (etwa 0,74% der Teilnehmer). 95% relative Risikominderung ergeben sich einfach aus der Rechnung 100 - 0,04/0.74. Die allermeisten Teilnehmer beider Gruppen hatten sich nicht erkennbar mit dem SARS-2 Virus identifiziert, sodass rechnerisch die absolute Risikominderung bei dieser Studie im Bereich von 0,7% liegt. 

Nun ist Doshi bekannt dafür, in der Vergangenheit mit der Grippeimpfung hart ins Gericht gegangen zu sein und gilt daher mancherorts als Spielverderber und Impfgegner. Natürlich wissen wir  auch nicht, dass COVID-19 Impfstoffe nicht funktionieren oder die Gesundheit gefährden. Jedoch sammeln sich zum einen dazu inzwischen Daten beim Paul-Ehrich-Institut an und Interessierte können die einschlägigen Reports im Blick behalten. Anfang Februar waren dort 2.846 Verdachtsfälle gemeldet, die Melderate lag zwischen 1 und 2 Fällen pro 1000 Impfdosen.  Hauptbeschwerden sind Kopfschmerzen, Schmerzen an der Impfstelle und Ermüdung. 

Zum anderen kann man die COVID-19 Sterbedaten in Israel im Auge behalten: Anfang Februar waren dort bereits über 60% der 9 Millionen Einwohner mit beiden COVID Impfungen versorgt und zusammen mit den durchgemachten Infektionen sollte das bedeuten, dass man dort nun eine Herdenimmunität erreicht. Wirkt der Impfstoff gegen die Pandemie und Geimpfte verursachen keine neuen SARS-2 Infektionen, so muss die Zahl der Neuinfektionen demnächst deutlich fallen. Auch wenn die Impfung dies nicht erreicht, so müssen wenigstens die Sterbezahlen drastisch fallen, insofern durch sie tatsächlich schwere Verläufe vermieden werden.

Sicher ist jedoch auch, dass durch die Impfung physische Vorsichtsmaßnahmen und Maskenpflicht vorerst nicht verzichtbar werden. Diskussionen um Impfpässe, welche Geimpften Vorzüge gegenüber Ungeimpften (auch gegenüber denen, die COVID-19 bereits durchgemacht haben) verschaffen sollen, entbehren besonders angesichts resistenter Varianten des SARS-2 Virus jeder faktenbasierten Grundlage.

Die leidige Debatte um Masken

Im Grunde zielen Maskengegner also darauf ab, dass es irgendwie sicherer sei, keine Maske zu tragen. Zum einen reden sie damit der Impfung als der einzigen Abwehrmaßnahme das Wort, zum anderen liegen Beweise für die Schutzwirkung von Masken inzwischen längst vor und die initialen, fehlerhaft durchgeführten Studien sind längst durch neue ersetzt, bei denen nicht nur auf die Mikrofilterung verschiedener Maskenstoffe geachtet wurde, sondern auch auf wesentliche Faktoren, wie der dichte Sitz und realistische Übertragungsszenarien. Diese Studien haben auch dazu geführt, dass die WHO, das RKI und das CDC ihren Standpunkt längst revidieren mussten.

Von vornherein vertraute ich hier lieber dem gesunden Menschenverstand: Man gehe einfach an einem kalten Morgen vor die Tür, wo man seinen Atem als Wolke sehen kann. Die besteht aus eben jenen kleinen Tröpfchen, um die es hier geht. Verschwindet diese Wolke durch das Tragen einer Maske, so werden diese Tröpfchen durch sie abgefangen. Und was beim Ausatmen mit den eigenen Tröpfchen passiert, wiederholt sich beim Einatmen mit den von Anderen. In den verschiedenen Potcasts wussten selbst Virologen manchmal keinen Rat auf Hörerfragen, wie man das Beschlagen von Brillen durch das Maskentragen verhindern kann. Die Antwort ist jedoch ganz einfach: Wenn die Brille beschlägt, atmet man auf sie und die Maske sitzt nicht dicht! Und wenn sie nicht dicht sitzt, schützt sie unzureichend.

Bereits im März erschien mir  Prof. Kim Joo-Wu diesbezüglich glaubhaft, ein führender Experte für Infektionskrankheiten, dem viele Südkoreaner den glimpflichen Verlauf der Pandemie in ihrem Land zuschreiben und der schon frühzeitig viel Erfahrung mit dem neuen Coronavirus hatte. Bereits in den ersten Tagen des Ausbruchs rief er dringend zum Tragen von Masken auf – in Asien ein deutlich weniger kontroverses Thema, da man es dort nicht mit der Beraubung persönlicher Freiheiten gleichsetzt.

Selbst Dr. Redfield, der von Trump als Leiter der Centers for Disease Control (CDC) eingesetzt wurde, nachdem sein Vorgänger dem Präsidenten unbequem geworden war, gab vor dem US-Senat zu, dass er die Schutzwirkung von Masken gegenüber der von Impfungen als klar überlegen sieht. Neuere Studien bestätigen dies nicht nur, sondern kommen zu wesentlich weitreichenderen Schlussfolgerungen: Nicht nur, dass Masken den Träger effizient schützen, sie reduzieren auf jeden Fall die mögliche Infektionsdosis, das „Inokulum", mit dem SARS-2 Virus, sodass selbst in dem Fall, dass eine Infektion trotz Maske zustande kommt, mit einem glimpflichen Verlauf zu rechnen ist.

Masken haben obendrein den Vorteil, dass sie gleichermaßen gegen alle luftgetragene Pathogene wirksam sind. Dies gilt für Grippeviren, aber ebenso für sämtliche Varianten des SARS-2 Virus, egal, wie viele davon noch auftauchen!

Die richtige Maske für jeden Zweck

Stoffmasken filtern nur dann effizient, wenn sie aus saugfähigem Gewebe sind, möglichst mehrlagig. Kunstfasern, die hier meist verwendet werden, sind oft wenig saugfähig. Man kann dies überprüfen, indem man eine trockene Stoffmaske wiegt und sie dann mit Wasser tränkt, ausdrückt bis sie nicht mehr tropft und dann erneut wiegt. Ein anderes Problem ist, dass sie häufig nicht dicht am Gesicht abschließen und eher einen Spritzschutz darstellen. Sind sie doch dicht, weil elastisches Gewebe benutzt wurde, ist der Atemwiderstand oft unangenehm hoch, weil sich der Stoff flächig auf das Gesicht legt und die gesamte Atemluft durch einen kleinen Bereich unter der Nase strömen muss. 

Deswegen ist ein OP-Mundschutz gefaltet und steht etwas ab, um mehr Filterfläche bereitzustellen. Jedoch muss hier der Nasenbügel sorgfältig angebogen werden: In der Mitte am besten über einen Finger rollen und unter dem Finger ein wenig zusammendrücken. Dann aufsetzen und den Bügel links und rechts neben der Nase ans Gesicht drücken und diese Biegung mit abgenommener Maske etwas verstärken, sodass ihn später der Gummizug gut am Gesicht anlegt. Aber auch an der Seite muss die Maske vor den Ohren zum Gesicht hin dicht anliegen! Beschlägt einem die Brille beim Ausatmen, so bläst man feuchte Atemluft durch eine Lücke und der Mundschutz dichtet nicht richtig ab! Eine gut sitzende Maske erkennt man daran, dass sich das Filtervlies beim Ein- und Ausatmen entsprechend dem Über- und Unterdruck der Maske bewegt.

FFP2-Masken sind aus mehrlagigem Vlies gefertigt und sollten so geformt sein, dass sie am Rand entlang komplett abdichten, der Rest jedoch mehr oder weniger weit absteht, sodass die Atemluft durch die gesamte Oberfläche gefiltert wird, was den Atemwiderstand auf einem erträglichen Niveau hält. Jedoch muss für einen dichten Sitz auch hier der Nasenbügel angebogen werden, wie oben beschrieben. Die meisten Masken werden in Asien gefertigt, wo man sich nicht immer an unsere Vorschriften hält. Jedoch kann auch ein Prüfzeichen, sei es FFP2 nach der deutschen Norm, oder KN95 nach  der sehr ähnlichen amerikanischen, nicht davor schützen, dass man eine Maske falsch aufsetzt. Selbst eine FFP3-Maske nützt nicht viel, wenn sie nicht dicht am Gesicht abschließt, sodass Luft ungefiltert eingeatmet wird, besonders, wenn man sich aerosolhaltiger Raumluft aussetzt. 

Wenn es darum geht, alte Menschen zu schützen, kann man ihnen auch eine Maske mit Ventil geben. Das erleichtert bei guter Filterleistung wenigstens das Ausatmen, hält dabei freilich aber kein Aerosol zurück. Jedoch ist hier das Anliegen, in erster Linie alte Menschen vor anderen zu schützen und nicht, andere vor den Alten.

Obwohl sie medizinische Einwegartikel sind, muss man Masken nach einmaligem Tragen keineswegs wegwerfen. Man muss hier scharf unterscheiden, zwischen Pflegepersonal auf COVID- und Intensivstationen, die sich einem Sprühnebel von Tröpfchen COVID-19-Schwerkranker aussetzen müssen und Leuten, die beim Einkaufen für den Fall vorsorgen wollen, dass irgendwo im Laden jemand ist, der gerade SARS-2 Viren ausscheidet. Auf saugenden Untergründen hält sich dieses Virus nicht lange und das Trocknen des Mundschutzes sollte ausreichen, um es zu zerstören – wenn man möchte, auch bei 70°C im Backofen.


Masken und die saisonale Grippe

In diesem Zusammenhang mag auch die saisonale Grippe zum Nachdenken anregen: Warum informiert man uns erst jetzt über die außerordentliche Wirksamkeit von Masken gegen Coronaviren, also auch Grippeviren? Warum hat man in der Vergangenheit stattdessen ausschließlich die Grippeimpfung propagiert? Dem Epidemiologiebericht zur Influenza des Robert Koch Instituts (RKI) aus 2019 ist zu entnehmen, dass in der Grippesaison 2017/18 über 25.000 Menschen allein in Deutschland an der Grippe verstorben sind. Es fällt nicht leicht, das als „normal“ zu akzeptieren, auch wenn damals darüber kaum berichtet wurde. Was, wenn auch nur die Hälfte der Verstorbenen, also das Vierfache der Menschen, die beim Einsturz des World Trade Centers in New York ums Leben kamen, durch die einfache Empfehlung einer Maske heute noch am Leben sein könnten? Jedoch stellt die Pressemitteilung des RKI diesbezüglich praktisch nur die Forderung nach noch mehr Grippeimpfungen. Händewaschen und Abstandhalten zu Erkrankten finden sich gerade einmal kurz in einem Nebensatz als Schutzmaßnahme gegen Grippe erwähnt – von Masken ist keine Rede!

Im Sommer wurde öfters die Sorge befeuert, die saisonale Grippewelle würde sich im Winter mit einer COVID-19-Welle vereinen und schrecklichen Schaden anrichten. Wie damals hier im Corona Digest bereits vermutet, ist bisher das Gegenteil eingetreten: die Grippewelle fällt heuer aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen gegen das SARS-2 Virus aus! Im Grippe Web des RKI kann man zum bisherigen Verlauf der Grippewelle nachlesen und am Ende des Textes findet sich die folgende Grafik:


ILI sind Atemwegsbeschwerden (ARE) mit Fieber, also Grippe

Die schlimme Grippewelle 2017/18 zeigt die hellblaue Linie, die schwarze den bisherigen Verlauf der gegenwärtigen Grippewelle. Offensichtlich helfen einfache Vorsichtsmaßnahmen und Masken mehr, als Grippeimpfungen!


COVID-19 und Vitamin D

Wie Masken, werden auch Faktoren mit Auswirkung auf das Immunsystem beinahe schon systematisch heruntergespielt. Es geht hier in erster Linie um schwere Verläufe mit Atemnot, und die entsteht nicht etwa durch das SARS-2 Virus, sondern durch das Immunsystem, das Entzündungen in der Lunge auslöst. Vitamin D wirkt ähnlich einem Hormon und scheint die Replikation von Viren zunächst direkt zu behindern und so bis zu einem gewissen Grad vor viralen Infektionen zu schützen. Zusätzlich entfaltet es jedoch eine entzündungshemmende Wirkung und beugt so wahrscheinlich schweren Verläufen von Atemwegserkrankungen im Allgemeinen vor. Bei manchen COVID-19-Patienten kommt es zu einem „Zytokinsturm“ mit einer unkontrollierten, wilden Lungenentzündung und massiver Atemnot. Vitamin D scheint eine ausgleichende Wirkung gegen diesen Zytokinsturm zu entfalten. Daher ist es durchaus möglich, dass die Infektionsrate im Winter nicht nur aufgrund der vermehrten Aerosolbildung ansteigt, sondern auch durch den sich einstellenden Mangel an Vitamin D in der Bevölkerung. Selbst ein statistischer Zusammenhang zwischen positiven PCR-Tests für das SARS-2 Virus und Vitamin D Mangel wurde gefunden!

Dass das alles nicht nur dummes Zeug ist, zeigt auch die Tatsache, dass man dem Menschen mit Zugriff auf alles Machbare in der COVID-Therapie, dem amerikanischen Präsidenten Trump, ebenfalls Vitamin D und Zink verabreichte. Letzteres braucht man nur bei unausgewogenen Ernährungsgewohnheiten zu substituieren, aber man macht wohl kaum etwas falsch, wenn man in den Wintermonaten ein Vitamin D Präparat in der auf der Packung angegebenen Dosierung einnimmt!


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