Geert Vanden Bossche

Der belgische Impfforscher arbeitete überwiegend für die Pharmaindustrie und auch für die Gates Foundation. Als er Anfang des Jahres einen offenen Brief an die WHO verfasste, in dem er einen sofortigen Stopp der Massenimpfung forderte, brach eine Diffamierungskampagne über ihn herein. Dennoch haben sich seine Vorhersagen erfüllt und es ist nirgendwo gelungen, die Pandemie mit Massenimpfungen unter Kontrolle zu bringen. Jüngst wandte er sich mit einem zweiten offenen Brief an die WHO, in dem er inständig darum bittet, die Chance der milden Omikronvariante für dir Entwicklung einer robusten, natürlichen Immunität unter der Bevölkerung zu nutzen, statt auch auf sie wieder mit einer Massenimpfung zu reagieren. Selbstverständlich kann man dabei die Menschen mit hohem Risiko nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern ihm geht es, wie auch schon zuvor, um die massenhafte Impfung von Menschen, für die das Virus keine nennenswerte Gefahr darstellt, und zwar mit einem „leaky vaccine“, also einem Impfstoff, der keinen Schutz vor Infektion und Verbreitung des Virus gewährleistet.

Ein „Trick“ von RNA-Viren ist, dass es bei dieser Art von Infektion ständig zu Mutationen kommt, sich diese Viren also pausenlos wandeln – bei Coronaviren hauptsächlich in den Spikeproteinen, gegen welche die gegenwärtigen Impfstoffe spezifisch ausgerichtet sind. In einem einzigen Infizierten kommt es zu solchen Mutationen, aber diese Zahl multipliziert sich mit der Zahl an anderen Menschen, die gleichzeitig damit infiziert sind. Sind Hunderte von Millionen gleichzeitig infiziert, wie in dieser Pandemie, kommt es insgesamt zu einer astronomischen Anzahl an Mutationen, und die Massenimpfung bewirkt, dass sich davon jeweils diejenigen durchsetzen, die den Impfschutz am besten umgehen. So kommt es zu immer neuen Infektionswellen und trotz modernster Technik können wir dieses Spiel unmöglich gewinnen, denn solche Mutationen treten erheblich schneller auf, als wir Impfstoffe dagegen entwickeln können.

Wenn schon Massenimpfung, so müsste es ein Impfstoff sein, der eine sterile Immunität vermittelt, als Infektion und Weitergabe des Virus zuverlässig unterbindet. Dass für das SARS-2-Virus ein solcher Impfstoff gefunden werden kann, ist ebenso unwahrscheinlich, wie bei Grippeviren nach 40-jährigen Versuchen.

Die Massenimpfung verursacht also keine Mutationen, aber sie selektiert ständig neue Mutationen, welche die Impfung noch besser unterlaufen, sodass es zu immer weiteren Infektionswellen kommt. Die natürliche Immunität nach einer durchgemachten Infektion ist hingegen lange nicht so spezifisch und eng gegen das Spikeprotein gerichtet (S-Antikörper), sondern ebenso gegen die Hülle (N-Antikörper). Auch entsteht eine Schleimhautimmunität in Nase und Rachen, die eine Neuinfektion wesentlich effektiver verhindern kann, als eine, die nur auf Antikörper im Blut aufbaut. Wie bei der Grippe auch, kann so eine breitgefächerte Basisimmunität entstehen, die schwere Krankheitsverläufe bei saisonalen Infektionswellen wenig wahrscheinlich macht.

Ohne die Massenimpfung hätten einzelne Mutationen weniger Vorteile und ohne diese Selektion würde nicht ständig eine Mutation die vorausgegangenen in erneuten Infektionswellen verdrängen. Laut Vanden Bossche haben wir mit der Massenimpfung durch diese Selektion etliche große Infektionswellen mit neuen Mutationen innerhalb kürzester Zeit provoziert und auf ein Jahr zusammengedrängt, wofür die Spanische Grippe 10 Jahre brauchte. Angst hat er vor allem davor, dass eine dieser Mutationen einmal Eigenschaften aufweisen wird, die tatsächlich auch denen gefährlich werden können, für die die bisherigen Subtypen praktisch kein Risiko dargestellt haben. Ohne eine breitgefächerte Immunität, wie sie nur das Immunsystem selbst bei einer natürlich durchgemachten Infektion entwickeln kann, hätten wir dann ein ernsthaftes Problem!

Die gegenwärtigen Impfstoffe vermitteln die Bildung von hochgradig spezifischen Antikörpern, die nur etwa 12% des Virusgenoms erkennen, eine Basensequenz im Spike-Protein, die einerseits zwar typisch für dieses Virus ist, auf der anderen Seite aber besonders stark von Mutationen betroffen ist. Gleichzeitig haben diese hochgradig spezifischen Antikörper eine besonders hohe Affinität zu den Bindestellen am Virus und besetzen diese, auch wenn sie eine Variante des Virus nicht mehr unschädlich machen können. Dabei verhindern sie die Bindung von natürlich gebildeten Antikörpern, die dies könnten, sodass es tatsächlich möglich wäre, durch eine Impfung schwerere künftige Verläufe zu produzieren. 

Man nennt diesen Vorgang „Antibody-Dependent Enhancement (ADE)“ und Vanden Bossche rät daher eingehend davon ab, auch Gruppen zu impfen, für die COVID kein Risiko darstellt. Die Omikronvariante, die meist nicht mehr als einen Schnupfen erzeugt, wäre eine hervorragende Gelegenheit, um das Immunsystem auf natürliche Weise an das Virus heranzuführen und so eine Grundimmunität zu erreichen, ohne dabei ein großes Risiko einer schweren Erkrankung in Kauf nehmen zu müssen.

Vanden Bossche wird auch von wissenschaftlichen Kollegen oft falsch verstanden und zitiert. Sie wenden sich dann gegen etwas, was er so nie behauptet hat. Aus meiner Sicht gewinnt er dadurch an Glaubwürdigkeit, dass ihm durch seine Warnungen weder finanzielle noch sonstige Vorteile entstehen und dass bisher seine Vorhersagen vom Jahresbeginn tatsächlich eingetroffen sind, sei es bezüglich neuer Ausbrüche in Großbritannien und später Israel, oder bezüglich der zu erwartenden zunehmenden Impfdurchbrüche und einer neuen Variante, die sich zum Jahreswechsel durchsetzen würde und den Impfschutz praktisch vollständig unterlaufen kann. Omikron ist nun diese Variante und sie macht auch in Israel, was Vanden Bossche während einer Phase des scheinbaren Erfolgs der Boosterung bei sehr niedriger Inzidenz vorausgesagt hat: sie erzeugt trotz Boosterung und sogar Vierfachimpfung eine Welle mit einer bisher nie gekannten Inzidenz!

Das vielleicht beste und verständlichste Interview mit ihm fand auf Del Bigtrees „The Highwire“ statt (Start: 0:49:00) und ist leider nur in Englisch verfügbar. Es enthält auch Gegenargumente eines führenden Universitätsprofessors, sowie Vanden Bossches Antwort darauf. 



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