Probleme mit dem PCR-Test

Bei COVID spielt die ärztliche Diagnose erstmals praktisch keine Rolle mehr. Unabhängig davon, wie es einem Patienten geht, welche Symptome er zeigt und ob er überhaupt welche hat, entscheidet heute allein ein Labortest darüber, ob man als krank gilt oder nicht.

Maßgeblich beteiligt an der Etablierung des PCR-Tests als Standard der COVID-Diagnose war ein Papier, das von Wissenschaftlern der Berliner Charité unter der Federführung von Victor Corman und Christian Drosten (beide auch Editoren in diesem Journal) im Januar 2020 im Journal „Eurosurveillance“ veröffentlicht wurde. Ungewöhnlich daran war, dass dieses Papier innerhalb eines Tages eingereicht, begutachtet und veröffentlicht wurde, ein Prozess, der im Mittel mindestens 6 Monate und mehrere Revisionen in Anspruch nimmt. Der Zeitdruck konnte so groß nicht gewesen sein, denn die WHO erklärte dieses chinesische Virus erst mehr als einen Monat später zur Pandemie.

Dies fiel auch 22 Forschern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Norwegen, England, den USA und Japan auf, die das Papier genauer durcharbeiteten und daraufhin 10 inhaltliche Schwachstellen fanden, aufgrund derer sie das Journal schriftlich dazu aufforderten, diesen Artikel zurückzuziehen. Hauptsächlich ging es dabei um das klinische Protokoll des PCR-Tests, z. B. hatten den Autoren offenbar gar keine tatsächlichen Viren vorgelegen, aus denen sie die Gensequenzen hätten isolieren können, sondern diese wurden aus einer chinesischen Datenbank kopiert.

Besonders wichtig war das, weil so zwangsweise ein biologisches Korrelat fehlte. Beim PCR-Test wird die Präsenz der Indikator-DNA-Sequenzen bei jedem Zyklus verdoppelt. Um ihn für klinisch relevante Testungen nutzen zu können, braucht man ein „CT“ (Cycle Thershhold), also eine Anzahl der Verdoppelungszyklen, bis zu der eine signifikante Infektiosität auch tatsächlich nachweisbar ist, die man nur bei Gensequenzen von vermehrungsfähigen Viren erhält, nicht aber bei Sequenzen von toten Virusbestandteilen. In diesem Papier konnten somit weder relevante CTs, noch irgendeine Korrelation zu biologischer Infektiosität beschrieben werden, was die Testresultate zumindest am Anfang sehr arbiträr machte. Schon darüber wurde von den Medien praktisch nichts berichtet und so hat man heute kaum verlässlichen Informationen dazu, in wieweit die diversen Probleme durch Veränderung der Testprotokolle inzwischen gelöst wurden und ob diese Veränderungen in den zahllosen Testlabors gleichermaßen umgesetzt werden.

An COVID Erkrankte sind in der Regel bis zu 7 Tagen nach Infektion ansteckend, wohingegen ein PCR-Test auch 70 Tage nach Infektion noch positiv ausfallen kann und dann in falsch positiven Resultaten mündet. Auf der anderen Seite reagiert der PCR-Test kurz nach der Infektion noch nicht zuverlässig, sodass Infizierte unerkannt bleiben (falsch negativ) und erst einige Tage später positiv würden, dann aber u. U. bereits als nicht als an COVID erkrankt gelten. Obendrein räumt auch das Papier selbst eine eher unscharfen Abgrenzung gegenüber einigen anderen asiatischen Coronaviren ein.

Bedenkt man, dass ausschließlich diese Tests dem RKI als Grundlage für die täglich verkündeten Zahlen (z. B. Inzidenz, R-Wert, Sterbefälle) dienten, die wiederum die Entscheidungsbasis für Politiker bildeten, ist praktisch diese gesamte Pandemie durch den PCR-Test definiert. Anfragen an Ministerien zeigen, dass jeder Sterbefall mit positivem PCR-Test als Coronatoter in die Statistik eingeht, insofern bei der Meldung nicht ausdrücklich eine andere Totesursache benannt wird. In Thailand sehen wir eine sensationell niedrige Inzidenz. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Man führt dort PCR-Tests nur an Menschen aus, die tatsächlich Symptome haben und stellt die gleiche Pandemie somit völlig anders dar!


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