CMD

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HEADACHE

Die CMD, kurz für „Cranio-Mandibuläre Dysfunktion“, umgeben viele Mythen, Missverständnisse und widersprüchliche Forschungen. Die Wurzel des Problems dürfte darin liegen, dass die Komplexität der Funktion in diesem Bewegungssystem generell keine Beachtung findet und oft auch nur unter dem mechanischen Aspekt der Kiefergelenkbewegungen betrachtet wird. Wir haben Artikulatoren entwickelt, um Kieferstellungen des Patienten nachvollziehen zu können. Damit dies gelang, beschritt die Gnathologie jedoch den Weg, dass der Unterkiefer des Patienten in eine Position verschoben wird, in der sich eine sogenannte „terminale Scharnierachse“ ermitteln lässt. In der Tat ist so das Verschieben der Kieferstellung im Biss durch den Zahnarzt zu einem alltäglichen Erlebnis für Patienten geworden. Viele kommen damit auch zurecht, aber diejenigen, denen dies nicht gelingt, geben der Zahnmedizin Rätsel auf.

Oft wird versucht, die CMD anhand ihrer Symptome zu definieren. Dazu gehören Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kieferschmerzen und Schmerzen in den Kiefergelenken. Die CMD geht aber nicht nur mit Schmerzen einher. Es treten auch Befindlichkeitsstörungen auf, wie Schwindel, Tinnitus, Konzentrationsstörungen usw. Darüber hinaus kann es zu sogenannten „Parafunktionen“ kommen, allen voran Zähneknirschen und Zähnepressen. Und auch damit sind noch lange nicht alle Symptome der CMD abgedeckt, denn Patienten haben nicht selten auch Probleme mit eingeschränkten Kieferbewegungen, Diskusverlagerungen, Entzündungen in den Kiefergelenken, oder Probleme mit ihrem Biss.

Die CMD ist wie ein Chamäleon, weil sie mit derart unterschiedlichen Symptomen auftreten kann. Das kann dazu führen, dass man nach deren Ursache an der falschen Stelle sucht, öffnet jedoch auch Tür und Tor für Geschäftemacherei, weil die meisten von uns sich im einen oder anderen Symptom wiedererkennen würden. Gelegentlich vermutet man das Problem fälschlicherweise bei Materialunverträglichkeiten oder Zahnherden und schnell sind so unumkehrbare Behandlungen eingeleitet, welche u. U. das Beschwerdebild des Patienten weiter verschlechtern.

In diesem Abschnitt werden Informationen zu verschiedenen Aspekten der CMD zusammengestellt. Der rote Faden dabei ist eine andere Sichtweise, bei der die Muskulatur und ihre Reflexsteuerung im Zentrum steht, nicht die mechanische Qualität der Bewegung der Kiefergelenke. Die meisten Symptome bei der CMD entstehen nämlich auf der Basis von chronischen Muskelverspannungen, nicht durch Veränderungen, z. B. in den Kiefergelenken, die einen aus heiterem Himmel wie ein Schicksalsschlag treffen. Richtig verstanden sind sie auch meist ohne allzu großen Aufwand behandelbar, wobei ein umsichtiges Vorgehen viel wichtiger ist, als der Einsatz teuerer Hochtechnologie.

Neben den Einträgen hier im Blog mögen auch die Informationen unter www.itmr.eu dienlich sein, z. B. die Übersicht über verschiedene Sichtweisen der CMD, sowie die Informationen zur Myozentrik und die Übersicht meiner früheren Veröffentlichungen zu diesem Thema.

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Kopfschmerzen, Migräne und CMD

kopfschmerz

Über die Verbreitung von Kopfschmerzen in Deutschland gibt es etliche wissenschaftliche Studien. Darin können aber nur Menschen erfasst werden, die sich mit ihren Kopfschmerzen gegenüber einem Arzt zu erkennen gegeben oder zufällig an einer entsprechenden Umfrage teilgenommen haben. Die Größenordnung dieses Problems dürfte sich heute jedoch genauer erfassen lassen, wenn man weiß, wonach Menschen im Internet suchen – und Google weiß das!

Zähneknirschen, Zähnepressen und CMD

Kürzlich flatterte die Anfrage der Versicherung eines Patienten ins Haus. Man werde seine CMD-Behandlung nur bezuschussen, wenn Zähneknirschen, genannt „Bruxismus“, vorliege. Für die Versicherung bestand die CMD aus dem Phänomen Zähneknirschen und damit fertig. Was hat es mit diesem unverstandenen Phänomen auf sich?

Ist das Myozentrik?

Das Problem ist nicht neu. Schon in den 80ern begegnete ich immer wieder Kollegen, die ihre Bisse laut eigener Aussage „myozentrisch“ nahmen, aber von Dr. Jankelson oder seiner Vorgehensweise noch nie etwas gehört hatten. „Myozentrik“, das ist ein nettes Wort, das man gerne übernimmt und interpretiert, wie es gerade gelegen kommt!

CMD-Syndrom?

Anfragen bei den führenden Suchmaschinen sind lehrreich. Wollte vor wenigen Dekaden ein „normaler“ Zahnarzt möglichst nichts damit zu tun haben, so wird heute bares Geld dafür bezahlt, um gefunden zu werden, wenn jemand nach „CMD“ sucht. Verzeichnisse sprießen aus dem Boden, über die man CMD-Zahnärzte finden kann und sie werden von SEO-Fachinformatikern gekonnt bei Google auf die erste Seite manövriert. …

Faszination Kiefergelenk

Als ich 1985 zurück nach Deutschland kam und begann, in der Praxis meines Vaters zu arbeiten, war CMD und Funktionslehre, wie man das damals gerne nannte, ein Thema für Tüftler. Obwohl die Ausbildung an den meisten Universitäten Themen wie Okklusion und Artikulatorkunde enthielt, hatte ein „normaler“ Zahnarzt kaum Lust und Zeit, um sich auf Dysfunktion zu konzentrieren. …

Röntgen bei CMD

Will man bei der CMD bildgebende Verfahren bemühen, so entscheidet darüber nicht deren technische Machbarkeit, sondern, inwieweit dadurch klinische Entscheidungen ermöglicht werden. Die Bildgebung ohne ionisierende Strahlen (MKG) ist dabei zu aufwändig, um als Screening in Frage zu kommen, während die Anwendung von Röntgenstrahlen im Einzelfall im diagnostischen Vorteil begründet sein muss, der dadurch erzielbar ist. …

PSA: Der Umstieg auf digital

Bei einem digitalen Panorama-Röntgengerät bewegt man sich in etwa der gleichen Preiskategorie, wie beim Kauf eines Neuwagens. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn vor einem Autokauf kann man sich umfassend informieren. Es gibt  Fachzeitschriften mit ausführlichen Tests, Autoclubs, Foren im Internet, wo sich Fahrer austauschen etc. …

CMD Academy Kurs "Funktionsgerechte Modellübertragung". 9.-10.3.2018 in Erlangen

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Was ist anders, worum geht es?

In der Gnathologie wird die Kieferposition/-bewegung in Form einer Drehachse (Scharnierachse) und Exkursionswinkeln in zwei Ebenen beschrieben, mit denen diese Achse bei Grenzbewegungen in der Horizontalen verschoben wird. …

CMD Academy Kurs "CMD&Myozentrik" am 4.-6. Mai. 2018 in Erlangen

Die Bissnahme ist oft noch ein Unsicherheitsfaktor, vor allem bei CMD-Patienten. Das liegt in erster Linie an unphysiologischen Vorstellungen zur Funktion, die man im Studium, oder in gnathologischen Kursen entwickelt hat. Es geht nicht darum, auf Biegen und Brechen mit einer Scharnierachse zu arbeiten, die fast kein Mensch in seiner natürlichen Kieferbewegung hat, sondern es geht darum, die Muskulatur mit ihrer komplexen Steuerung zu verstehen.


© Rainer Schöttl 2017          Kommentieren mit IntenseDebate          Impressum          Datenschutz