FreeBite: Der Unterschied

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Das FreeBite System unterscheidet sich grundlegend vom Aqualizer® und Aquasplint® mini. Aufbauend auf meiner 30-jährigen Erfahrung mit der Myozentrik bei der Behandlung der CMD stand bei der Entwicklung des FreeBite die Entlastung der Kiefergelenke im Vordergrund. Vergleichen könnte man das mit Kopfkissen: Es gibt solche, die eine Dekompression der HWS bewirken, dabei aber nicht unbedingt die bequemsten für die Nachtruhe sind. Und andere, die zwar kuschelig weich sind, aber keinen Therapieeffekt erzeugen. FreeBites sind in erster Linie Therapiekissen für den Biss und daher nicht unmittelbar mit dem Aqualizer oder Aquasplint vergleichbar, die vor allem auf eine lange Tragedauer optimiert sind, möglichst während der Nachtruhe.

Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen den Beißkissen. Sie ermöglichen ganz neue Blickwinkel auf die CMD, vorrangig aus folgenden Gründen:

  • Es wird keine bestimmte Lage der Kondylen in den Kiefergelenken vorausgesetzt. Stattdessen liegt der Fokus auf einer Kieferhaltung, die für die Kaumuskulatur des Patienten angenehm ist.
  • Störende Okklusalkontakte verschwinden in der Nachgiebigkeit des Kissens, so dass ihnen nicht länger ausgewichen werden muss.
  • Egal, in welcher Kieferhaltung auf die Kissen gebissen wird, der Kaudruck gleicht sich aus, weil die Kammern links und rechts miteinander verbunden sind. 

FreeBite Therapiekissen unterscheiden sich aber auch in einigen wichtigen Punkten von anderen Beißkissen:

Das Handling: FreeBites liegen lose auf der unteren Zahnreihe auf und sind in der Zahnarztpraxis bei Bissnahmen und -kontrollen im Nu eingelegt. Zum Herausnehmen stößt der Patient sie mit der Zunge etwas nach vorn und sie können mit einem Griff entnommen werden. 

Die Hülle: Der FreeBite air und balance hat eine Hülle mit einer gewissen Eigenelastizität. Selbst, wenn sie nicht geschlossen wäre, würde dieses Merkmal schon dafür sorgen, dass beim Biss auf einen FreeBite immer genau das geschieht was mit den Therapiekissen beabsichtigt ist: Die posterioren Zähne kontaktieren zuerst. Wichtig dabei ist auch das nächste Merkmal:

Die Form:

CMD obl

Je weiter posterior man den Unterkiefer abstützen kann, desto besser kann man die Kiefergelenke entlasten. Die Form des FreeBite ist darauf angelegt, auch den hintersten Molaren Aufbiss zu geben. Möglich ist das, weil er nicht fest im Mund verankert ist, sondern lose zwischen Zunge und Wangen geführt wird, so dass der Patient ihn in die Lage bringen kann, die am besten entlastet. 

CMD-CCD

Zudem weist die Form einen leichten keilförmigen Verlauf nach posterior auf, der bei der Version „CMD“ schwach, bei der Version „CCD“ hingegen kräftiger ausgeprägt ist.

Die Ober- und Unterseite des FreeBite ist flach ausgeführt, um sicher zu stellen, dass der erste Kontakt jeweils zwischen den hinteren Zähnen auftritt. Der Kraftschluss zwischen den Zahnreihen entsteht also sequentiell von den hinteren zu den vorderen Seitenzähnen und geben der Muskulatur so den benötigten Impuls, um die Verspannung aufzugeben, die nötig ist, um Kiefergelenke zu komprimieren, damit Kontakt zwischen den hinteren Zähnen entstehen kann. Die Frontzähne sind im FreeBite ausgespart, denn sie sind „Tastzähne“ und Kontakte hier führen zu Ausweichbewegungen.

Die Anwendung: Bewegung ist erwünscht! Die lose Lage des FreeBite zwischen den Zähnen soll zum Spielen damit herausfordern. 5 Minuten leichtes Kauen, wie mit einem Kaugummi, erzielt oft schon einen erstaunlichen Effekt. Man soll es aber nicht übertreiben, denn das Ziel ist es nicht, die Kaumuskeln zu ermüden, sondern sie durch Bewegung aufzulockern!

Die Füllung:

Jetzt wirkt die Eigenelastizität der Hülle in Verbindung mit unterschiedlichen Füllstoffen: Luft federt nachgiebig und gleicht Druckunterschiede sofort aus. Der FreeBite air ist weicher, meist für die initiale Therapie besser geeignet.

Wasser fließt ein wenig träger, kann jedoch nicht komprimiert werden und stützt den Biss daher balancierend, sobald es angeflossen ist und die Seitenzähne aufliegen. Im Verbund mit den unterschiedlichen Formen (CMD und CCD) und Höhen lassen sich so diverse therapeutische Effekte erzielen. Für bestimmte therapeutische Übungen mag die Form „CCD“ zum Beispiel besser sein, während sich die Form „CMD“ u. U. über längere Zeiträume angenehmer tragen lässt.




Das Ziel:


Ziel der FreeBite Therapie ist, eine spezifische Bisslage zu ermitteln, welche dem Patienten Entlastung bringt. Hierfür setzt der FreeBite aktive therapeutische Impulse, statt nur passiv auszugleichen. Diese Bisslage wird mit den FreeBite solid aufgenommen, wobei dessen thermoplastische Aufbisse bei Mundtemperatur vollständig aushärten und ein sehr präzises Kontaktgefühl vermitteln, das dem auf natürlichen Zähnen nahe kommt. Der spezielle thermoplastische Kunststoff kann durch kurzes Eintauchen in heißes Wasser nur in hauchdünnen oberflächlichen Schichten erweicht werden, um Feinanpassungen schnell vorzunehmen. Etwas längere Erwärmung resultiert in dickeren Schichten, welche angeschmolzen werden, so dass Korrekturen in der Bisslage oder Bisshöhe vorgenommen werden können. Schließlich können besonders belastete Kiefergelenke auch spezifisch gestützt werden, indem nur eine Schicht am kontralateralen Aufbiss angeschmolzen wird. Tappt der Patient nun mit den Zähnen locker auf den FreeBite solid, so stützt die harte Seite das betroffene Kiefergelenk, während sich die weiche Seite anformt. Am Ende entsteht eine Abstützung auf den Zähnen beiderseits, mit besonderer Unterstützung des instabilen Gelenks.


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