Photometrie: Kiefer-, Kopf-, Körperhaltung

Zum Anfang hier gleich einmal eine kurze Videoeinführung zur Thematik:


Mit korrekt angefertigten Bildern und ein paar simplen Hilfsmitteln lassen sich aussagekräftige Messungen und Analysen von schwierig messbaren Relationen mittels einfacher Bilder erstellen. Dies kann z. B. lediglich die Verlagerung von zwei Zahnreihen zueinander in zwei unterschied-lichen Bisslagen sein, z. B. mit einer Schiene im Vergleich zum direkten Zahnkontakt in der Habituellen. Ebenso kann man Deviationen des Unterkiefers nach links oder rechts bei der Mundöffnung dokumentieren, aber auch relativ komplexe Zusammenhänge, wie sie bei der Körperhaltung  vorliegen.

Jedoch funktioniert das nur, wenn Fehler bei der Ausrichtung der Kamera zum Hintergrund und Objekt vermieden werden und bei der Auswertung Größen in der richtigen Relation zueinander bewertet werden, bzw. geeignete Bezugspunkte und Maßstäbe zum Einsatz kommen. So kann man sich teure elektronische Geräte leicht ersparen und kann dennoch messen und dokumentieren.

Die Vermessung der Körperhaltung erfolgt in 4 Schritten:

  1. Referenzpunkte werden am Körper markiert. Am genauesten funktioniert dies direkt auf der Haut, jedoch ist es auch kein Problem, wenn ein Patient sich nicht ausziehen möchte, denn die Markierungspunkte können ebenso auch auf der Kleidung angebracht werden, so lange man darauf achtet, dass diese nicht samt der Punkte verrutscht.
  2. Mit einer korrekt eingestellten Kamera werden vor dem BodyLines-Hintergrund Aufnahmen gemacht, z. B. von vorne, von links und von rechts.
  3. Am Computer werden mit einem beliebigen Programm, z. B. Open Office, das es für Windows, Mac und Linux kostenlos gibt, Linien zwischen bestimmten Referenzpunkten gezeichnet, Mittellote gefällt und vertikale oder horizontale Referenzlinien über den Körper gelegt.
  4. Besonders wichtig ist dann natürlich die korrekte Interpretation der gefundenen Abweichungen. So lassen sich Beckenschiefstände, Skoliosen und Blockaden ohne großen Aufwand ermitteln und dokumentieren!

Nachfolgend können Sie einzelne Themen kurz anlesen und sich bei Interesse in den jeweiligen Beitrag hinein klicken.


BodyLines und Kamera

Den BodyLines Hintergrund für die Photometrie habe ich vor etlichen Jahren entwickelt, um folgende Ziele umzusetzen:

  • Referenzen für die Senkrechte und Waagerechte im Bild
  • Referenzen für Winkel im Bild
  • Referenzen für horizontale und vertikale Distanzen im Bild
  • Referenzen zur Erkennung von Ausrichtungs-, Projektions- und Verzeichnungsfehlern im Bild.


Was sich jedes Mal wiederholt, das ist das Wort „Bild“. Oft ist an einem Bild alleine nicht erkennbar, ob die Kamera nicht horizontal ausgerichtet war, was zu perspektivischen Verzeichnungen mit stürzenden Linien führt, oder ob die Distanz zum Objekt zu kurz war, was eine Weitwinkeleinstellung erzwingt, die in perspektivischen und kissenförmigen Verzeichnungen resultiert. …

Programme für die Auswertung

Im Grunde kann man die Bilder mit dem Patienten vor dem BodyLines auch einfach ausdrucken und Auswertungslinien mit Stift und Lineal darauf zeichnen. Das Ziehen der Linien am Computer hat aber diverse Vorteile:

  • Die Vergrößerung ist variabel, man kann in das Bild hineinzoomen, um Referenzpunkte exakt zu identifizieren
  • Einmal gezogene Linien lassen sich später verschieben oder löschen
  • Viele Programme bieten bequeme Befehle zum Drehen von Linien, sowie zum Zentrieren und Spiegeln.

Sind wir nicht alle schief?

bodylines vgl

Immer wieder höre ich das:

„Ich war schon immer schief“! Oder „ich habe eine Skoliose, die ist angeboren“!

Und wie komme ich als Zahnarzt überhaupt dazu, mich um die Körperhaltung zu kümmern?

Ein wenig hängt es davon ab, wie man die Welt sieht. Entweder besteht sie aus lauter Einzelteilen, die kaum etwas miteinander zu tun haben, oder es geht darum, die Zusammenhänge zwischen diesen Dingen verstehen zu lernen. Bei mir kommt auch noch eine persönliche Erfahrung hinzu:

Enface-Auswertung mit FaceGrid

Den Möglichkeiten der Auswertung von Bildern sind nur durch die eigene Fantasie Grenzen gesetzt. Allerdings ist dabei eine sorgfältige Ausrichtung der Kamera unerlässlich:

  • Die Kamera muss rechtwinklig zum BodyLines ausgerichtet sein
  • Die Kamera muss mittig vor dem Patienten ausgerichtet sein
  • Die Kamera muss sich auf der Höhe der Kauebene befinden

Da die Vertikale und Horizontale relativ zum Subjekt durch den BodyLines gegeben sind, ist es ohne Konsequenz, ob sie parallel zum Sucherrand stehen, oder nicht ganz. …

facegrid.pdf


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