Der neue HIP-Mount 9

front oblique


Der HIP-Mount ist ein Gerät, mit dem sich das Modell gezielt im Artikulator positionieren lässt. Statt sich blind einem Gesichtsbogen anzuvertrauen und zu hoffen, dass im Artikulator schon alles irgendwie richtig herauskommt, beruht der HIP-Mount seit seiner Einführung vor über 20 Jahren auf Gedankengängen, wie sichergestellt werden kann, dass im Artikulator Bewegungsrichtungen, Ebenen und die Zahnbogenmitte zuverlässig abgebildet werden.

Zunächst scheint es erstaunlich, dass es hier nicht darum geht, den Artikulator zum Patienten zu machen. Wer Kieferbewegungen in ihrer tatsächlichen Komplexität verstanden hat weiß, dass dies in keinem mechanischen Gerät möglich sein wird – und schon gar nicht, indem man Patienten ihren Unterkiefer verdrückt, in der Hoffnung, eine Scharnierachse zu finden, die kein Mensch als seine natürliche Bewegung hat!

Am Prinzip hat sich nichts verändert. Die Neuerungen machen den HIP-Mount lediglich schneller und einfacher in seiner Anwendung. Der neue HIP-Mount 9 baut etwas niedriger und passt daher besser in den Physio-Logic Artikulator. Als Referenzebene hat die Okklusalebene weiterhin eindeutig die meisten Vorzüge in der Praxis (auch wenn gelegentlich zu diesem Thema Verwirrung gestiftet wird). Jedoch erfolgt im HIP-Mount 9 die Höhenverstellung nun mit einem speziellen Schneckengetriebe, das sich selbst sperrt und nicht zurückgedrückt werden kann, sodass der zweite Handgriff zum Festklemmen entfallen kann. 

Die Anpassung an die Bauhöhe des Artikulators erfolgt mittels einfacher Zwischenplatten in Schritten von 7, 5 (oder bedarfsweise 15)  Millimetern. Die vorgenommene Anpassung ist daher auf einen Blick an den Zwischenplatten erkennbar.

Zwiplatten1


Bei dieser Anpassung an den Artikulator (die in der Regel einmal erfolgt und dann nicht mehr verändert wird) darf man sich nicht durcheinander bringen lassen: Es geht um den Schließwinkel, mit dem im Artikulator die Okklusion erreicht wird und diesen kann man durch die Ausrichtung des oberen Modells zur Artikulatorachse mithilfe des Vector Analyzers bestimmen. Zur Anpassung des HIP-Mounts ist daher lediglich das vertikale Maß wichtig, um das die Achse im Artikulator über der Grundplatte steht. Mit den Zwischenplatten wird der HIP-Mount in Position gebracht, sodass man mit seinem Auszug von etwa 20 mm Abweichungen z. B. in der Stärke von Montageregistraten ausgleichen kann.

Bei der weit verbreiteten „Carbon“-Serie der Firma Amann-Girrbach kann man z. B. eine Zwischenplatten mit 7,5 mm einsetzen. Je nach Artikulator kann man sich auch eine zweite Zwischenplatte besorgen, mit der man den HIP-Mount dann um weitere 7,5 mm nach oben setzt. Je nach Zahl der Zwischenplatten sind unterschiedliche Schraubenlängen erhältlich. Als Faustregel kann man sagen, dass der Tisch des HIP-Mount bei einem Auszug von 20 mm auf der Skala vorn 10-20 mm unter der Artikulatorachse stehen sollte. Im einzelnen hängt das auch davon ab, ob man mehr mit der HIP-Montage oder mit individuell erstellten Montageregistraten arbeitet. Beim HIP-Mount 9 wurde jedoch die Höhe des HIP-Montageaufsatzes reduziert, sodass der Unterschied deutlich kleiner ausfällt. 

Eine weitere Zwischenplatte wird benötigt, wenn man bei der Einstellung von Modellen mit der Kaufläche der oberen ersten Molaren immer wieder nicht in den grünen Bereich des Vector Analyzers gelangt, sondern beim maximalen Auszug des HIP-Mounts darunter liegt. Zu viele Zwischenplatten hat man eingesetzt, wenn man den HIP-Mount nicht tief genug einstellen kann, mit den Kauflächen der oberen 6er immer im oberen Bereich der grünen Zone des Vector Analyzers landet und den oberen Modellsocken kaum dünn genug trimmen kann.

Bezüglich der Höhe bleibt festzuhalten: für den Physio-Logic Artikulator passt der HIP-Mount 9 perfekt ohne Zwischenplatten. In KaVo „Protar", sowie beim Amann-Girrbach „Carbon“ reicht in der Regel eine Zwischenplatte aus!

.

Carbon1

Amann-Girrbach „Carbon“ mit 7,5 mm Zwischenplatte (im Oberteil optionale 10-mm-Erhöhung)

Prinzipiell ändert sich natürlich an der Eignung von unterschiedlichen Artikulatortypen nichts. Ist hier der Platz im Oberteil zu knapp bemessen, so lässt sich ein habitueller Schließwinkel nicht einstellen und man sollte die Höhe im Artikulatur nicht freizügig ändern, um Artikulatorartefakte zu vermeiden.

Die Tischplatte des neuen HIP-Mount 9 ist gleich geblieben, sodass alle Aufsätze unverändert verwendbar bleiben. Lediglich die Neigevorrichtung „Pitch-Corrector“ ist mit dem neuen HIP-Mount nicht kompatibel – hier wird es in Kürze ebenfalls eine neue Version geben, die noch weniger Platz in der Vertikalen braucht.

© Rainer Schöttl 2019           Impressum          Datenschutz