Aluminium und Alzheimer

Es gibt Erkrankungen, die wie aus dem Nichts auftauchen, plötzlich in aller Munde sind und schließlich zu einem weit verbreiteten Problem werden. Manche scheinen wieder aus dem Schlaglicht zu verschwinden, andere bleiben uns hingegen dauerhaft erhalten.

Dazu gehören unter anderem auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems, allen voran Demenz. Die Pflege von Betroffenen ist schwirig, undankbar und ist doch in einem rassant zunehmenden Ausmaß erforderlich. In meiner Jugend habe ich zwar diesen Begriff hier und dort einmal aufgeschnappt, aber auch in meiner weitesten Verwandschaft gab es niemanden, der davon betroffen gewesen wäre. Ganz anders heute: Die Chancen stehen gut, das zumindest ein Elternteil in den meisten Familien davon betroffen sein wird! Was kann zu einer derart dramatischen Zunahme der Demenz führen? Sind es Umweltgifte? Sind es entartete Proteine, so genannte „Prionen“, wie seit dem Auftreten von Rinerwahnsinn (BSE) unter anderem vermutet wird?

Es gibt noch etwas anderes, das erstmals und mit einer ähnlich explosiven Verbreitung in die Biosphäre eingeführt wurde, also in den Kreislauf von Tieren und Pflanzen: Aluminium. Das Element ist zwar schon immer ubiquitär in der Erdkruste vorhanden, war aber bis vor relativ kurzer Zeit unlösbar im Gestein gebunden und stand somit nicht zur Aufnahme in Organismen zur Verfügung. Erst seit etwa 100 Jahren existieren Methoden, um es aus dem Gestein zu lösen und während dieser Aufwand eingangs nur für wenige Einsatzzwecke finanzierbar war, stieg die Aluminiumproduktion besonders in den vergangenen Dekaden sprunghaft an. 2,63 Millionen Tonnen Aluminium wurden laut Auskunft des Gesamtverbands der Aluminiumindustrie e. V. in einem einzigen Jahr (2016) in deutschen Walz- und Presswerken  verarbeitet und es werden in jedem Jahr mehr, während immer neue Einsatzzwecke für deises leichte, feste und gut formbare Metall bzw. dieses chemisch hochreaktive Element erschlossen werden!

Prof. Exley macht vor allem diese Menge an produziertem Aluminium Sorge. Mit diesem Element hat die Biochemie unserer Körper im Laufe der Evolution keinerlei Erfahrung machen können und niemand weiß, wie genau unser Körper damit umgeht.  Prof. Exley studierte diverse Unfälle, wie den in Camelford, wo der Fahrer eines Schwertransporters 1988 seine Ladung mit 20 Tonnen Aluminiumsulfat versehentlich in ein Trinkwasser-Reservoir kippte. Damals hatten die englischen Behörden darauf bestanden, dass das Wasser trotzdem trinkbar sei, worauf hin etwa 20 000 Anwohner eigenartige Symptome entwickelten. In der Folge fand Prof. Exley hohe Konzentrationen von Aluminium in Gehirnen von verstorbenen Anwohnern und so entstand sein Verdacht, dass Aluminium vor allem dort Schaden anrichten könnte. Seitdem geht er der Frage nach, ob die sprunghaft steigende Produktion von Aluminium, das uns heute in Form von Gebrauchsgegenständen, Müll, Staub, Kosmetika, Arzeneimittelzugaben usw. umgibt,  eine Rolle bei der nicht minder sprunghaften Verbreitung der Alzheimer-Krankheit, einer spezifischen Form der Demenz,  spielen könnte. Jüngst schickte er mir eine Email mit dem Satz "We now have the most powerful evidence yet that aluminium is a cause of Alzheimer's disease“ und einem Link zu seiner Veröffentlichung zu einer Studie über die Alzheimer Krankheit. Er zieht inzwischen sogar in Zweifel, ob es diese Krankheit ohne den Einfluss von Aluminium überhaupt geben würde!

 Quarks stieß vor einiger Zeit im WDR schon auf das Thema „Aluminium“ und auch auf denjenigen, der sich schon am längsten mit der Wirkung von Aluminium auf lebende Organismen beschäftigt, eben besagten Prof. Exley:


Nach wie vor wird Aluminium aber verharmlost. Nur ganz langsam regen sich vorsichtige öffentliche Warnungen, z. B. in einemBeitrag des NDR-Beitrag zu Aluminiumfolie, die, wenn sie zur Aufbewahrung von Nahrung benutzt wird, deren Aluminiumgehalt verhundertfachen kann. 

Meist wird bedächtig mit dem Kopf gewogen und auf Grenzwerte verwiesen. Nachdem man aber von offizieller Seite aus gar nicht weiß, was Aluminium im menschlichen Körper eigentlich macht – es wird ja auch behauptet, es werde einfach wieder ausgeschieden – ist es verwunderlich, wie man dann Grenzwerte dafür festgelegt haben will. Grenzwerte suggerieren, dass man das Problem genau kennt und dass es unter einem bestimmten Wert kein Risiko gibt! 

Jedoch gehen die Meinungen darüber, was das Aluminium eigentlich anrichtet, wenn es einmal in den menschlichen Körper gelangt ist, wo es sich ablagert und ob und wie es wieder ausgeschieden wird erheblich auseinander. Man spricht bereits von einer"natürlichen Aufnahme", im Trinkwasser und verschweigt dabei, dass Aluminium bis zum industriellen Zeitalter nie in ungebundener Form vorkam und somit weder in das Wasser, in unsere Nahrung, noch in die Luft, die wir atmen, gelangen konnte. Erst seit der Mensch damit begonnen hat, es mit hohem energetischem und chemischen Aufwand aus dem Gestein zu lösen, konnte er damit seine Umwelt kontaminieren. Und das geschah in einem derart gigantischem Ausmaß, dass man Aluminium heute in allem findet, im Wasser und tatsächlich auch in der Luft.

Man fragt sich, wer Interesse daran haben könnte, mögliche Probleme mit dem Aluminium unter den Teppich zu kehren? Da wäre, wie gesagt, die Industrie selbst:  Gesundheitsprobleme wegen Aluminium passen da nicht ins Bild. Aluminium wird heute derart viel gebraucht, dass man sich schnell outet, wenn man vor entsprechenden Risiken warnt. Weil etliche Impfstoffe nur in Kombination mit Aluminiumsalzen überhaupt Wirkung zeigen, ist Prof. Exley so auch ins Trommelfeuer um das Impfen geraten. Freimütig sagt er von sich, dass er noch nie über Impfstoffe geforscht habe. Sein ganzes Interesse galt ausschließlich der Wirkung von Aluminium auf den menschlichen Körper. 


In diesem Zusammenhang sei auf das neue Buch von Bert Ehgartner verwiesen: Gute Impfung - Schlechte Impfung, in dem er Impfungen, zu denen er recherchieren konnte differenziert beschreibt. Es sind keineswegs alle schlecht – nur sind eben auch nicht alle in dem Umfang problemlos, wie es gerne behauptet wird!

2017 hat Prof. Exley eine Studie beim Journal of Trace Elements in Medicine and Biology eingereicht, die im Volume 40 veröffentlicht wurde. Der Titel ist Aluminium in Brain Tissue und der Artikel kann auf ScienceDirect gelesen werden. Wem das zu müßig ist - hier folgt eine kurze Zusammenfassung:

Aus früheren Forschungen war bereits bekannt, dass der Aluminiumgehalt in Gewebeproben von Gehirnen von Verstorbenen, die unter einer spät einsetzenden Alzheimer Erkrankung gelitten hatten, signifikant über dem von Proben Gleichaltriger lag, die nicht von Alzheimer betroffen waren. Diese Untersuchungen können nur an Menschen durchgeführt werden, die ihren Körper nach dem Tod der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen. Jedoch werden sie auch durch die Tatsache kompliziert, dass Aluminium zur Aggregation im Gewebe tendiert und nicht gleichmäßig verteilt auftritt. So gibt es auch in einem schwer mit Aluminium verseuchten Gehirn Gewebeproben, die kein Aluminium aufweisen und daher müssen jeweils eine ganze Reihe von Gewebeproben analysiert werden.

Die jüngste Studie ergab jedoch, dass Aluminium in noch weitaus höheren Konzentrationen in Gehirnen von Menschen vorhanden war, die mit einer früh einsetzenden Alzheimer Erkrankung diagnostiziert wurden. Sämtliche Proben mit den höchsten Aluminiumkonzentrationen, die man im Lauf der Jahre in Gehirnen gefunden hatte, stammten von Alzheimer-Patienten!

Die so genannten familiäre Alzheimer Erkrankung kann erste Symptome bereits im Alter von 30-40 Jahren zeigen und gerade hier wurden besonders hohe Konzentrationen von Aluminium im Gehirn gefunden. Der Gendefekt, der sich hier vor allem auf das Eiweiß „Amyloid-Beta“ auswirkt,  tritt aber nicht sehr häufig auf und so bleibt der hauptsächliche Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit das Alter. Da wir heute durch Beruf, Umwelt, Medikamente, Kosmetika und allerlei Chemikalien einer steigenden Belastung mit Aluminium ausgesetzt sind und sich dieses mit zunehmendem Alter hauptsächlich in unseren Gehirnen ansammelt, ist eine Parallele zwischen dem heute als neurotoxisch eingestuften Aluminium und der sich rasch ausbreitenden Alzheimer Erkrankung sehr wahrscheinlich.

Vor einiger Zeit hat mir Prof. Exley noch ein weiteres Link zu einem hochinteressanten neuen Interview mitgeteilt. Darin legt er dar, wie Aluminium ein hochgradig reaktives Element ist, von dem wir vermutlich Spuren in den meisten unserer Zellen haben. Aufmerksam auf mögliche Probleme wurde er durch die Beobachtung der Reaktion von Fischen auf vergleichsweise geringe Mengen von Aluminium im Wasser, die allgemein als sicher angesehen werden. Sein zweites Gebiet ist die Wirkung von Silizium auf lebende Organismen, das als eine Art Gegenspieler zu Aluminium gesehen werden kann:


Wir können dem Aluminium heute nicht mehr ausweichen – dafür wurde bereits viel zuviel in unserer Umwelt freigesetzt. Jedoch gilt es, die Anreicherung in unseren Gehirnen zu vermeiden, die Prof. Exley als „beängstigend“ bezeichnet, manchmal auch schon in Jugendlichen und in der er eine der Hauptursachen für die Alzheimer Krankheit sieht:

  1. Aluminium vermeiden, wo es nur geht
  2. Aluminium mit siliziumhaltigen Mineralwasser binden und ausscheiden
  3. Aluminium durch regelmäßiges Schwitzen ausscheiden.


Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die überaus interessanten Vorträge zu diesem Thema auf der ICCMO-Jahrestagung 2016 mitgeschnitten wurden und auf DVD verfügbar sind:

Prof. Exley: Human Exposure to Aluminium, Englisch, 2 DVD-Set, 150 Min.

Bert Ehgartner: Wer schützt die Verbraucher im Zeitalter des Aluminiums? 1 DVD, 63 Min.


© Rainer Schöttl 2020           Impressum          Datenschutz