Den FreeBite richtig auswählen

Vorneweg für Lesefaule:  

  • Wenn Sie einen FreeBite erstmals ausprobieren wollen, ist in den allermeisten Fällen der FreeBite air CMD die beste Wahl.
  • Wenn sich Ihre Schneidezähne im Biss annähernd vollständig überlappen empfiehlt sich u. U.  die Form „CCD“.
  • Wenn Sie dann das Bedürfnis nach einer festeren Abstützung empfinden, wechseln Sie zum FreeBite balance.


Der FreeBite wurde gezielt entwickelt, um Kiefergelenkskompressionen und die damit einhergehenden muskulären Verspannungen möglichst effizient aufzulösen. Elektromyographische Messungen brachten Erstaunliches zutage: 10 Minuten lockeres Kauen auf einem FreeBite air CMD kann Verspannungen in der Muskulatur bereits auflösen! 

Die Keilform des FreeBite wirkt therapeutisch stimulierend, unterscheidet sich damit aber auch von konventionellen Wasserkissen. Daher sollte man das Tragen eines FreeBite in Form eines lockeren Bewegungstrainigs beginnen und zunächst diesen Effekt nutzen, wobei man alle 3-4 Kauschläge den Mund weit genug öffnet, so dass die Zunge den ihn wieder optimal auf der Zahnreihe zurechtschieben kann. Erst wenn man keinen Drang mehr verspürt, darauf zu pressen, beginnt man die Tragezeit auszudehnen, bis man ihn auch durch die Nacht tragen kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasserkissen soll ein FreeBite stimulieren und sich nicht nur passiv einfügen! Jedoch kann bei folgenden Zuständen der FreeBite seine Wirkung u. U. nicht richtig entfalten:

  • Der Biss ist anterior offen und nur die hintersten Zähne haben Kontakt. Oft liegt bei dieser Konstellation gar keine Kompression der Kiefergelenke vor und die Keilform betont den bereits bestehenden Vorkontakt.
  • Die hinteren Zähne fehlen. Bei einer verkürzten Zahnreihe läuft die Intention, mit den längeren Aufbissen, die weiter nach posterior reichen sollen, buchstäblich ins Leere!
  • Einzelne Zähne sind elongiert, z. B. ein Weisheitszahn, weil er keinen Gegenbiss hat. Dies würde es schwieriger machen, den FreeBite so zu positionieren, dass eine symmetrische posteriore Abstützung entsteht.
  • Es bestehen deutliche Asymmetrien in den Zahnreihen, z. B. der einseitige Verlust der hinteren Zähne. U. U. ist es auch hier schwierig, den FreeBite so zu positionieren, dass eine symmetrische Abstützung gefunden wird.

Viele dieser Einschränkungen gelten für herkömmliche Wasserkissen ebenso und es mag auch sein, dass gerade durch die Tatsache, dass der FreeBite nicht im Mund fixiert ist, sondern spielerisch herumgeschoben werden kann, damit eine symmetrische Abstützung leichter möglich ist, als mit einem konventionellen Wasserkissen, dass die Lage der Bisspolster fixiert.

Die Domäne des FreeBite sind die Umstände, die man bei der CMD besonders häufig antrifft:

  • Tiefer Biss
  • Steile Frontzahnstellung
  • Insuffiziente Abstützung auf den posterioren Zähnen
  • Kompression der Kiefergelenke, möglicherweise mit Verlagerung des Diskus
  • Chronische Verspannung der Kaumuskulatur.


Bei der Auswahl des richtigen FreeBite empfehle ich die gleiche Reihenfolge, in der er auch benannt ist:

Füllung - Form - Füllhöhe

Füllung:

Für den ersten Kontakt mit dem FreeBite empfehle ich die nachgiebige Luftfüllung des FreeBite air. Auch hier ändert sich die Reflektorik, denn Kontakt entsteht beim Biss immer zuerst mit den hinteren Zähnen und die Muskulatur kann schnell lernen, Verspannungen, welche nötig sind, um die Kiefer posterior zusammen zu ziehen, damit dort Kontakt zwischen Zähnen stattfinden können, loszulassen. Jedoch erfolgt dieser Erstkontakt mit dem FreeBite air nachgiebiger. Er formt sich leichter an, bis alle Seitenzähne aufliegen und federt auch dann noch.

Auch mit dem FreeBite balance erfolgt der erste Kontakt zwischen hinteren Zähnen. Die Fluidfüllung wird dann von hinten nach vorne verdrängt, bis alle Seitenzähne aufliegen. Jedoch ist die Fluidfüllung nicht komprimierbar und stützt jetzt fest, aber zwischen links und rechts balancierend ab.


Form:

CMD-CCD

Der FreeBite CMD hat insgesamt eine dünne Form und der Keil ist relativ schwach ausgeprägt. Das „CCD“ steht beim FreeBite CCD für „Cranio-Cervikale Dysfunktion“. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass diese Form mehr bewirkt, als eine Entlastung der Kiefergelenke und z. B. bei ausgeprägten Kopfvorhaltungen eingesetzt werden kann, wo meist eine Kompression der Kiefergelenke vorliegt und obendrein die Kopfhaltung quasi als segmentübergreifende Kompensation angepasst wurde. Der FreeBite CCD ist insgesamt dicker und die Keilform ist kräftiger ausgeprägt.


Füllhöhe und Stützhöhe:

Füllung, Form und Füllhöhe interagieren beim FreeBite, wenn es um die resultierende Stützhöhe geht. So federt der FreeBite air und kann daher insgesamt kräftiger gewählt werden, als dies beim FreeBite balance möglich wäre, der nicht mehr nachgibt, wenn sich die Aufbisse an die Seitenzähne angeformt haben. Deswegen macht auch eine extra niedrige Füllhöhe „low“ beim FreeBite air CMD keinen Sinn: Man könnte ihn zwischen den Zähnen zusammendrücken und bis auf die Hülle durchbeißen. 

Die niedrigste Abstützung findet man auf dem FreeBite balance low, bei dem eine flache ausgleichende Wasserschicht zwischen den Zähnen verbleibt. Die nächst stärkere Variante ist der FreeBite air CMD, der prinzipiell die gleiche Form hat, wie der fluidgefüllte FreeBite balance CMD, aber nachgiebig federt. Am anderen Ende der Skala bietet die höchste Stützhöhe der FreeBite balance CCD.


Es existieren also keine Formunterschiede zwischen den Varianten des FreeBite air und FreeBite balance. Im Diagramm findet sich die ungefähre Höhe an der Stelle des ersten Kontaktes. Von diesem Punkt aus kann der FreeBite air noch erheblich einfedern, während sich die Aufbisse des FreeBite balance lediglich an die Seitenzähne anformen und dann fest, aber balancierend stützen.


Die Erfahrung zeigt, dass die Kombination aus einem FreeBite air CCD und einem FreeBite balance CMD oft besonders gut funktioniert und so werden entsprechende Therapie-Sets zum vergünstigten Preis angeboten.


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