Was ist "3-D Schießen"?

Aller Anfang ist schwer! Daher hier meine Notizen zu meinem Wiedereinstieg ins Bogenschießen. Diesmal aber ganz anders, nämlich „3-D“. Was soll das heißen?

Beim Schießen auf die Scheibe steht man gewöhnlich in einer Linie davor, die Scheibe ist auf einer angenehmen Höhe und die Distanz gleichbleibend. Anders beim 3-D Schießen: Hier variieren die Ziele in allen drei Dimensionen, also in der Entfernung, Höhe und Seite. 

Karpfenschuss

Schuss auf den Karpfen: Geht er daneben, wird es beim Pfeilholen feucht!
Fotografiert im Familienparcours von Archery Parks in der Fränkischen Schweiz.

Geschossen wird gewöhnlich in einem „3-D Parcours“. Die Schusspositionen sind mit verschiedenfarbigen Pflöcken markiert, oft gelb für Anfänger, blau für Fortgeschrittene und rot für Turnierschützen. Theoretisch sollte man so stehen, dass man den Pflog mit einem Fuß berührt. Manchmal hat man auch eine erhöhte Schussposition wie auf einem Jägerstand für eine Farbe, weiter unten und näher für die andere. Die Farben erinnern ein wenig an das Handicap beim Golf, das es Spielern ermöglicht, miteinender Spass zu haben, auch wenn sie unterschiedlich gut sind.

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Geschossen wird auf Gummiziele in Form verschiedener Tiere, um Jagdsituationen nachzustellen. Jagdvergnügen, ganz ohne Blutvergießen! Meist ist auf den Zielen ein so genanntes „Kill“ markiert, das hinter den Vorderbeinen auf halber Höhe des Torso liegt. Die Wertung hängt davon ab, wie viele Pfeile man braucht, um einen Treffer zu landen. Trifft gleich der erste Pfeil ins Kill, gibt es die maximale Punktzahl, trifft er den Körper, gibt es weniger Punkte. Geht er daneben, wird ein zweiter Pfeil geschossen und gewertet, je nach dem, ob er ins Kill, oder außerhalb trifft, aber das gibt jetzt weniger Punkte, als beim ersten Pfeil möglich gewesen wären. Geht er vorbei, wird ein dritter und letzter Pfeil geschossen. Wertungskarten liegen meistens aus, aber es gibt auch Apps für das Smartphone, mit denen man seine Punkte festhalten kann.

Ein Parcours ist umso schwieriger, je schwieriger die Schussposition, je weiter die Distanzen und je mehr die Schusswinkel variieren. Hinzu kommt, wie gut die Ziele gegen Pfeilverlust abgesichert sind. Schießt man daneben,  kann es schon vorkommen, dass man eine Weile herumkriecht und nach Pfeilen sucht, denn die haben ihre Art, in der Grasnarbe zu verschwinden, oder sich ihren Weg unter dem Laub zu bahnen. Ganz wichtig: Während der Suche unbedingt den Bogen vor das Ziel stellen, oder eine Jacke darüber hängen - was auch immer, damit ein möglicher Nachfolger unmissverständlich gewarnt ist, dass da jemand in Zielnähe herumkriecht! Es versteht sich von selbst, dass nie blind geschossen wird, sondern nur, wenn das Schussfeld definitiv frei ist! Prinzipiell gilt, dass nicht geschossen wird, wenn jemand näher am Ziel steht, als der Schütze. Das heißt auch, dass man fast nie von z. B. den gelben und blauen Pflöcken gleichzeitig schießt und sich verständigt, bevor einer vor geht, um seine Pfeile zu holen.

Geschossen wird nicht mit Jagdspitzen, deren scharfe Schneiden die nicht gerade billigen Ziele im Nu zerstückeln würden. Aus dem gleichen Grund sind in etlichen Parcours auch Armbrüste und Compoundbögen nicht gerne gesehen. Manchmal stecken die Pfeile auch so ganz schön fest. Dann gehört es sich, dass man nicht einfach mit dem Pfeil am Ziel zieht, sondern dagegen hält, um dessen Verankerung zu schonen. 

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