Ragim Black Buffalo

Ragim Black Buffalo 2

Mit 2 Klicks vom 70“ Scheibenbogen mit Visier zum Instinktivbogen mit 64“? Das bereits beschriebene ILF-System macht’s möglich. Dabei enthält das Ragim Black Buffalo Mittelteil aus Holz sogar noch etliche Gewindebuchsen, die das Anbringen von Visier, Button und Pfeilauflage ermöglichen (Bild links).

Mit dem wohlgeformten Griff hat man die Bogenhand voll. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zum dünnen Griff eines Hoyt Buffalo! Beides hat Vor- und Nachteile. Der dicke Griff des Black Buffalo lädt zum Zupacken ein - nicht jeder möchte das und dem ist dann der zierliche Griff an einem Metallmittelteil vermutlich lieber.

Ragim Black Buffalo 1

Ein niedriges Schussfenster ist beim Instinktivschießen erstrebenswert, je dichter der Pfeil über der Bogenhand liegt, desto besser. Besonders, wenn man jetzt noch mit einer „high wrist“ Position schießt, den Druckpunkt am Griff also nicht tief auf den Handballen legt, sondern möglichst hoch, zwischen Daumen und Zeigefingerknöchel, kann man die Bogengeometrie optimal zum Einsatz bringen. Dies ist beim Ragim Black Buffalo sehr gut möglich.

Dabei ist das Schussfenster bis knapp über die Bogenmitte ausgeschnitten, was ein gutes Bogentuning erlaubt. Bilder zur Ansicht in voller Größe bitte anklicken!

Shelf

Das Shelf ist in zwei Radien verrundet und außen sinnvoll abgeschrägt. Dennoch ist die Pfeilauflage mehr als breit genug. Auch interessant: Das Shelf läuft nach hinten recht schlank aus.


ILF

Die ILF-Aufnahme des Ragim Black Buffalo (rechts) unterscheidet sich deutlich von der meines WinStar Mittelteils aus Metall: 

  1. Schwalbenschwanz, links mit Sicherungsdelle gegen das Herausfallen des Wurfarmes, wenn der Bogen nicht gespannt ist. Beim Ragim besorgt das einfach die Reibung der Federkugel im Wurfarm auf dem Holz unter der Lochplatte.
  2. Seiteneinstellung: Beim WinStar mit Exzenter recht genau einstellbar, beim Ragim wird einfach die Imbusschraube gelockert und die Matallplatte hat dann seitlich Spiel und kann etwas um 3 rotiert werden. Im Bild ist die Metallplatte bis zum Anschlag nach links justiert.
  3. Tiller: Gekonterte Imbusschraube links, beim Ragim einfach eine Madenschraube. Der Pilz, unter den der Wurfarm geschoben wird, sitzt im Ragim recht straff, wird vom Wurfarm aber durch die Sehnenspannung auf Kontakt mit der Madenschraube gezogen.


Gerade an der Wurfarm-Aufnahme merkt man schon, dass das Ragim Black Buffalo eines der kostengünstigsten ILF-Mittelteile aus Holz ist. Man kann die Lösung genial einfach nennen, oder billig, je nach Blickwinkel, aber beim Kaufpreis von derzeit 91 Euro (TDH Bogensport, München) hat man seine Ansprüche hoffentlich auch nicht gar so hoch geschraubt!

Das Black Buffalo Mittelteil braucht eine Standhöhe von 8 ¼“, darunter wird es laut. Natürlich braucht man für den Umbau auch eine neue Sehne. Aus dem 70“ Bogen mit einem 25“ WinStar Mittelteil wurde mit dem 19“ Ragim Black Buffalo ein 64“ Bogen mit deutlich geänderten Eigenschaften.

Die Wurfarme sind für einen 70“ Bogen mit 30# angegeben. Gemessen haben wir jedoch 28# bei einem Auszug von 28“ und 35# bei meinem Auszug von 31 ½“. Mit dem kürzeren Ragim Black Buffalo Mittelteil  änderte sich das auf 45# bei 28“ Auszug und satten 54# bei 31 ½“! Obwohl der Bogen noch gut zu schießen war, hatte ich das Gefühl, die Wurfarme doch ziemlich zu fordern.

ILF 2


Vielleicht ist des Rätsels Lösung die deutlich längere Auflage am Ragim Black Buffalo. Während im Bild oben links die Verstärkung des Wurfarmes zusammen mit dem Mittelteil aufhört, kommt der Wurfarm rechts im Bild beim Auszug davor mit dem Mittelteil in Kontakt, was die verformbare Länge der Wurfarme etwas verkürzt und vielleicht auch für den Wurfarm nicht so gut ist.

Ragim Black Buffalo 8

Möglicherweise könnte man das schon verbessern, wenn man nur den Holzrand vorne unter dem Wurfarm etwas abschrägt. Jedoch zeigt das Vergleichsbild der ILF-Aufnahmen oben einen deutlichen Unterschied auch im Metall. zwischen dem kleinen Ende des Schwalbenschwanzes und den Ende der Metallauflage. Beim WinStar gibt es ja kein „Schlüsselloch“, in das der Wurfarm eingelegt wird, sondern er wird von vorne in den Schwalbenschwanz eingeführt.


Wichtig bei diesem Mittelstück ist also, ob die Wurfarme dazu passen und so flexen können, wie vom Hersteller vorgesehen. Jedoch dürfte dies auf alle Mittelstücke gleichermaßen zutreffen, bei denen der Schwalbenschwanz als eine Metallplatte mit Schlüssellochbohrung ausgeführt ist.


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