Der Pallstek

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Offenbar aus Angst vor Verlust wurde diese Schlinge mit 6 halben Schlägen am Steg befestigt und zum Lösen muss man viel Zeit mitbringen. Das geht mit dem Palstek einfacher, schneller und besser!


Es ist heiß und hat kaum Wind – Zeit zum Baden! Ich sitze auf dem Trampolin meines Kats, habe ein paar Meter Kette an meinem Faltanker angeschäkelt und nun gilt es, daran meine Ankerleine anzustecken. Der Schäkel am Anker wird sich sicher nicht lösen, aber wenn mein Knoten nicht hält, sind Anker und Kette ein für allemal verloren! Welcher Knoten hält unter jeder Garantie?

Der Palstek.

Der Name ist Plattdeutsch für „Pfahlstich“ und so formt der Knoten auch eine Schlaufe, mit der man gut an einem Pfahl festmachen kann. Aber seine Verwendungen gehen darüber weit hinaus und so ist er für meinen Zweck gerade richtig, denn er ist einfach und schnell zu binden, aber danach kann ich ihn auch schnell wieder lösen, egal wie fest er sich gezogen hat, wenn ich meine Ankerleine z. B. als Festmacher einsetzen will. 

Es gibt 3 Wege, um den Palstek zu binden (Video unten):

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  1. Gesteckt: So wird er typischerweise gelehrt. Es wird eine Bucht (Schlaufe) über das feste Ende gelegt und das lose Ende des Taus von unten nach oben hindurchgesteckt. Nun führt man das lose Ende hinten um das feste herum und steckt es in der Gegenrichtung durch die Bucht zurück nach unten – fertig!
  2. Gedreht: Das ist die schnelle Variante, an die ich seit meiner Kindheit gewöhnt bin. Man legt das lose Ende im rechten Winkel über das feste, mit dem rechten Zeigefinger obenauf (die rechte Handfläche zeigt dabei nach unten). Nun dreht man das lose Ende um eine halbe Umdrehung im Uhrzeigersinn und nimmt dabei das feste Ende mit, sodass sich darin eine Bucht um das lose Ende formt, das man nur noch hinter dem festen Ende herumführt und wieder durch die Bucht zurück nach unten steckt – fertig!
  3. Mit Umschlag: So wird das oft bei Kletterern gemacht. Man hat das feste Ende auf der Handfläche der linken Hand, die nach oben zeigt. Nun geht man mit der linken Hand von innen über das feste Ende und nimmt das Tau dabei mit, sodass es sich um die Handfläche wickelt. Diese dreht man nun nach unten und taucht außen unter dem festen Ende hindurch, sodass sich eine komplette Bucht um die linke Hand bildet, sobald man die Handfläche wieder nach oben gedreht hat. Durch diese Bucht zieht man nun von unten eine Schlaufe des losen Endes nach oben und steckt das Ende selbst durch sie hindurch. Die Grüße der Schlaufe des Palsteks wird dadurch bestimmt, wie weit man dieses lose Ende durch die nach oben gezogene Bucht steckt. Wenn man den Knoten fest zieht, schlägt er um, während die Bucht das lose Ende nach unten durch den Knoten zieht und dabei den Palstek ausformt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man die Größe der Schlaufe bis zuletzt noch anpassen kann, der Nachteil, dass man etwas Übung für das Festziehen braucht und sich beim Umschlagen des Knotens die Schlaufe in sich verdrehen kann.



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