Seglerknoten

Knoten in der Schifffahrt waren Jahrhunderte der Evolution ausgesetzt, und zwar nach folgenden Kriterien:

  • Sie müssen möglichst einfach und schnell gebunden werden können
  • Sie dürfen sich nicht ungewollt lösen
  • Sie müssen einfach wieder zu lösen sein, auch wenn sie sich sehr festgezogen haben.

Darüber hinaus dienen Knoten unterschiedlichen Einsatzzwecken mit jeweils eigenen Anforderungen. Manche formen Schlaufen, andere dienen dem Festmachen von Booten, mit wieder anderen steckt man Leinen aneinander und vielleicht sind diese gleich stark, oder völlig unterschiedlich dick, wie dies bei Wurfleinen und Trossen der Fall ist. Manche Knoten werden gesteckt, andere gebunden wie Schleifen an Schnürsenkeln und wieder andere geworfen und schließlich gibt es auch Knoten zur Verzierung von Tauwerk. Segler auf hoher See hatten viel Zeit, um sich mit Leinen und Knoten zu beschäftigen und manchmal hängt das Schicksal eines Bootes oder seiner Mannschaft von der Qualität eines Knotens ab!

Meist ist es sinnvoll, beim Binden von Knoten zwischen dem losen und dem festen Tauende zu unterscheiden. Das feste Ende ist angebunden, z. B. am Boot, man kann es daher nirgendwo durchstecken, das geht nur mit dem losen Ende! Wo man es sich aussuchen kann, ist es für den Rechtshänder am besten, das feste Ende in der Linken zu haben und das lose Ende mit der rechten Hand zu führen. Linkshänder machen das spiegelverkehrt und somit immer wieder gleich. Manchmal geht das aber nicht und dann wird es ähnlich schwierig, wie wenn man beim Binden einer Schleife im Schnürsenken die Hände vertauscht!


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